KÜNSTLICHE INTELLIGENZ – NUR EIN FAKE? (1)

1950 stellte Alan Turing die Frage, ob Maschinen irgendwann denken können. Seitdem wird kontrovers diskutiert, ob neben der natürlichen Intelligenz auch Computern Intelligenz zugeschrieben werden kann. Dabei gibt es bis heute noch nicht einmal eine allgemeingültige Definition des Begriffs „Intelligenz“.

In dem 1955 bei der Rockefeller Foundation eingereichten Antrag für das „Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence“ wurde das Forschungsfeld (kurz „AI“) erstmals folgendermaßen umrissen: „Es soll versucht werden, Maschinen dazu zu bringen, Sprache zu verwenden, Abstraktionen und Konzepte zu formen, Arten von Problemen zu lösen, die jetzt den Menschen vorbehalten sind, und sich selbst zu verbessern.“

IDC definiert AI bzw. KI so: Künstliche Intelligenz ist ein Ansatz zur Bereitstellung von Software und Hardware mit dem Ziel der „Nachbildung“ menschlicher Intelligenz.

KI-Anwendungen

Können Maschinen lernen?

KI begegnet uns derzeit in vielen Bereichen. Ein prominentes Beispiel ist etwa „Google Translate“. Was „Lernen“ in diesem Zusammenhang bedeutet, erklärt Aljoscha Burchhardt vom DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz):

„Ein Übersetzungssystem, zum Beispiel der Google-Übersetzer, wird mit Daten gefüttert. Eingabesatz Deutsch, Ausgabesatz Englisch und davon Hunderttausende. Und dann lernt dieses System auf eine mathematische Art und Weise Regularitäten. Welches Wort man in welches Wort übersetzen muss. Und dann kann es die Übersetzungsleistung erbringen.

Aber letztlich ist das System dabei komplett dumm. Das weiß nichts von Linguistik und weiß nichts von Kulturen. Es weiß nicht was rot bedeutet – aber es kann rot eben in ‚rouge’ übersetzen und es weiß auch, dass rotes Auto ‚voiture rouge’ werden muss. Dass ich also sozusagen Adjektive und Nomen verdrehen muss, aber nicht auf linguistischer Basis, sondern es kann es einfach tun. Das heißt: Es ist eigentlich ein vollkommener Fachidiot, eben ein autistisches System.“

AI-Modell

Was hat sich in 69 Jahren verändert?

Heute ist unsere Vorstellung von Künstlicher Intelligenz (KI) vor allem geprägt durch Science-Fiction-Romane und Filme aus Hollywood. Seit Jahren kennt der Hype um künstliche Intelligenz keine Grenzen. Kaum ein Software-Unternehmen, das nicht auf KI setzt. Schöne smarte Welt: intelligente Maschinen und smarte Assistenten können immer mehr Dinge, die bisher nur Menschen konnten. Lesen, schreiben, interagieren und – mehr oder weniger – verstehen. Zur schönen, neuen Welt gehören – neben dem maschinellen Lernen – auch der Nachbau neuronaler Netze, Spracherkennungsprogramme, autonomes Fahren, Anwendung von Big Data in Bereichen wie der Medizin.

Wenn es um KI geht, wird mit Superlativen nicht gespart. „Wir sollten eher in Milliarden und nicht in Millionen denken“, sagt Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom. Ähnlich äußert sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier: „Deutschland soll zum weltweit führenden Standort für KI werden“, heißt es in den veröffentlichten Eckpunkten der „nationalen KI-Strategie“. Deren Ziel ist es, wie bei anderen „nationalen KI-Strategien“ von China über Österreich bis Kanada auch, mittels Industriepolitik die konkurrierenden Standorte hinter sich zu lassen, um der eigenen Wirtschaft Vorteile zu verschaffen. Das übliche nationalistische Spiel der Konkurrenz von „sie und wir“ wird ausgefochten auf der Spielwiese der Zukunftstechnologien.

Anzahl der KI-Forschungseinrichtungen und KI-Start-up-Unternehmen

KI als Buzzword

Unabhängig von der Schlüsselstellung im Bereich Zukunftstechnologien ist künstliche Intelligenz aber leider ein Sammelbegriff für fast jedwede Form der maschinellen Datenverarbeitung. Egal welche Algorithmen im Hintergrund laufen, wie herkömmlich und veraltet eingesetzte maschinelle Methoden sind – sie werden als künstliche Intelligenz bezeichnet, weil sich aktuell nahezu jedes Software-Startup mit dem Hype schmücken will. „Im Hintergrund arbeitet eine künstliche Intelligenz“, „Eine KI sorgt für die Auswahl“ oder „Ohne KI wäre das nicht möglich“. Meist gilt jedoch: Mit künstlicher Intelligenz hat dies alles herzlich wenig zu tun.

Einerseits handelt es sich oftmals noch um die „good old AI“, also regelbasierte Systeme – sogenannte Expertensysteme -, die nicht eigenständig lernen. In einem Expertensystem wird das Wissen eines bestimmten Fachgebiets in Form von Regeln und Wissen zusammengefasst. Solche Systeme, die in den 1980er Jahren entwickelt wurden, sind relativ primitiv und lassen sich auf die Formel herunterbrechen: Wenn „A“, dann „B“. Andererseits hängt das undifferenzierte KI-Labeling, aber auch mit dem unklaren KI-Begriff zusammen.

KI-Expertensysstem

Starke und schwache KI

In der Fachwelt wird zwischen starker und schwacher KI unterschieden. Von starker KI sprechen Forscher, wenn eine Intelligenz selbstständig agiert und eine Art Bewusstsein hat. Wir kennen sie aus Filmen wie Terminator oder Star Trek. Allerdings ist die Menschheit weit davon entfernt, eine solche KI zu entwickeln. Bis heute ist wissenschaftlich noch gar nicht genau geklärt, was eigentlich das Bewusstsein genau ist – geschweige denn, wie man es reproduzieren könnte.

Bei den heute entwickelten Systemen sprechen die Forscher von schwacher KI – also einer künstlichen Intelligenz, die auf einen sehr eingegrenzten Bereich angewendet wird, zum Beispiel bei der Analyse von Patientendaten zwecks der besseren Diagnose oder im Bereich der Bilderkennung für die Sortierung großer Fotobestände. Der entscheidende Unterschied ist eine KI, die für Bilderkennung entwickelt wird, kann ihre Schlüsse nicht auf ein anderes Feld übertragen. Schon gar nicht selbstständig wie der Mensch.

Dennoch sind neuere Methoden des maschinellen Lernens wie neuronale Netze besonders spannend, weil sie dazu fähig sind, aus großen Datenmengen eigenständig zu lernen, um etwa Muster zu erkennen.

Selbst wenn neuere Methoden des maschinellen Lernens – wie neuronale Netze – zum Einsatz kommen, heißt das aber noch lange nicht, dass die komplexen Strukturen eines menschlichen Gehirns auch nur annähernd erreicht werden. Das menschliche Gehirn ist das komplexeste System, das wir in unserem Universum kennen. Kein System kann es bisher mit den Milliarden von Neuronen, den Billionen von Verbindungen und Synapsen im menschlichen Gehirn aufnehmen. Das führt uns zu der Frage:

Starke KI vs. Schwache KI

Was ist eigentlich „Intelligenz“?

Intelligenz ist per psychologischer Definition ein Sammelbegriff für die kognitive bzw. geistige Leistungsfähigkeit des Menschen. Da einzelne kognitive Fähigkeiten unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und keine Einigkeit besteht, wie diese zu bestimmen und zu unterscheiden sind, gibt es keine allgemeingültige Definition der Intelligenz. Vielmehr schlagen die verschiedenen Intelligenztheorien unterschiedliche Operationalisierungen des alltagssprachlichen Begriffs vor.

Übersetzt heißt das: Wir sind nicht dazu in der Lage, den Begriff „Intelligenz“ zu definieren.

Was ist „Intelligenz“?

Was ist „Künstliche Intelligenz“?

Wikipedia formuliert „Künstliche Intelligenz“ so:  KI, auch „artifizielle Intelligenz“ („AI“ bzw. „A. I.“, englisch: „artificial intelligence“ (AI bzw. A. I.) ist ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst. Der Begriff ist insofern nicht eindeutig abgrenzbar, als es bereits an einer genauen Definition von „Intelligenz“ mangelt. Dennoch wird er in Forschung und Entwicklung verwendet.

Was ist „Künstliche Intelligenz“?

Im zweiten Teil meines Beitrags erfahren Sie, ob „Künstliche Intelligenz“ ein Bewusstsein entwickeln kann. Außerdem: Warum KI nichts weiter als Algorithmik ist. 👉 TEIL 2

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