CRAZY WAVE

Unser Alltag hält nur wenige gefährliche Situationen für uns bereit, die unvorhergesehen über uns hereinbrechen. Die meisten von uns führen ein sicheres und kontrolliertes Leben. In der Folge steht der Handel heute in Konkurrenz zu allen Freizeitaktivitäten und verliert seine Rolle als Versorger der Nation immer mehr. Der Kunde kommt nicht mehr primär zum Händler oder in die Innenstadt, um Waren zu kaufen. Das Shoppen ist für ihn vielmehr ein Teil seiner Freizeitgestaltung geworden.

Doch wie kann der Handel das Einkaufserlebnis zum Erfolgsschlüssel beim Shoppen machen? Wie kann Einkaufen zu einem „Crazy-Wave-Erlebnis“ werden?

Antworten darauf und mehr erhalten Sie in meinem Beitrag.

Stadtfest

Stadtfest Bargteheide

Vom 17. bis 19. Mai 2019 feierte die Stadt Bargteheide einmal mehr ihr Stadtfest. Laut Veranstalter besuchten etwa 30.000 Menschen das Event, das alle zwei Jahre die Innenstadt in eine Festmeile verwandelt und sich großer Beliebtheit bei allen Altersgruppen erfreut. Neben den Bühnen und Aktionspunkten mit Live-Programm erwartete die Besucher ein breitgefächertes Angebot an Gastronomie und Fahrgeschäften sowie viele tolle Vereinsaktivitäten.

Mit dabei: „Crazy Wave“. Nach eigenen Angaben „Die verrückteste Welle im Norden“.

Was ist „Crazy Wave“?

Am besten stellt man sich ein langes und buntes Sofa mit 18 Plätzen vor (Siehe Video), das in einer rasanten kreisenden Bewegung die Gäste durch den Äther wirbelt und sie in euphorische Zustände versetzt und an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit bringt. Auf jeden Fall nichts für Leute mit Emetophobie oder schwachem Magen, aber genau das richtige für Adrenalin-Junkies!

Zur Belustigung des Publikums erhalten die Fahrgäste während eines kurzen Stopps einen Plastikbecher mit Wasser gereicht. Diese müssen die ohnehin schon strapazierten Gäste mit ihren Zähnen festhalten, bevor sich die Belustigungsmaschine wieder in Bewegung setzt. Wer am Ende der irren Fahrt das meiste Wasser im Becher hat, erhält ein Ticket für einen weiteren Ritt auf der Höllenmaschine.

„Auf dem Crazy Wave herrscht immer ein frisches Lüftchen“, verrät mir der Betreiber mit einem Lächeln. Doch die richtig heißen Sommertage mag er nicht so gern.

„Wenn die Sonne brennt, ist die Konkurrenz groß: Freibad, Badesee, Strand“, erzählt er weiter.

Bei angenehmen 19 Grad freut er sich heute über sein gutes Geschäft. Kein Grund, Trübsal zu blasen.

Freizeitpark-Riesen

„Die Besucherzahlen sind derzeit ein wenig verhaltener, weil es so warm ist“, teilte im letzten Jahr die Sprecherin von Deutschlands Freizeitpark-Riesen, dem Europapark Rust, mit. Möglich, dass ausgerechnet das schöne Wetter einen Dämpfer in der letztjährigen Bilanz hinterließ.

Dennoch: Millionen Gäste suchen in Europas Freizeitparks jedes Jahr ein kleines Abenteuer – nach einigen Krisenjahren brummt das Geschäft mit dem Nervenkitzel wieder. Besucherzahlen sind die Währung, die zählt. Nach Angaben des Branchenverbands IAAPA verkauften die 307 Themen- und Vergnügungsparks auf dem Kontinent mit ihren Achterbahnen, Shows und Wasserrutschen zuletzt jährlich rund 150 Millionen Tickets. Sie machten einen Umsatz von fast fünf Milliarden Euro und beschäftigten mehr als 50.000 Menschen.

Weltweit sind Freizeitparks im Aufwind: Nach Angaben des Verbandes TEA wuchsen ihre Besucherzahlen im Schnitt um 8,6 Prozent, vor allem dank einer sprunghaften Entwicklung in China. Doch auch die 20 größten europäischen Parks legten im Schnitt um 3,4 Prozent zu.

Europapark Rust

Das Verlangen nach Nervenkitzel

„Ein spannendes Spiel!“ Das ist der Eindruck, den Sportberichterstatter ihrer Zuhörerschaft vermitteln wollen. Sie sind sich bewusst, welche Zugkraft spannende, erregende Ereignisse haben. Und oft ist mit der Erregung tatsächlich ein angenehmes Gefühl verbunden, wenn das Herz heftiger schlägt, der Atem schneller geht und die Nerven prickeln. Zweifellos können erregende Dinge das Leben interessanter machen.

Unser Alltag hält wenige gefährliche Situationen für uns bereit, die unvorhergesehen über uns hereinbrechen wie ein hungriger Säbelzahntiger über den Frühmenschen beim Beerensammeln. Natürlich, man sollte nicht blindlings über die Straße rennen – aber im Vergleich mit unseren steinzeitlichen Vorfahren führen wir ein äußerst sicheres und kontrolliertes Leben. Trotzdem zeigt unser Körper in wirklichen oder eingebildeten Gefahrensituationen noch Reaktionen, die sich nur aus unserer Entwicklungsgeschichte verstehen lassen. Und irgendwie scheint es auch in unserer Natur zu liegen, dass wir diese Reaktionen von Zeit zu Zeit „trainieren“ wollen und den Nervenkitzel suchen. Auch beim Shoppen!

Nervenkitzel pur

Customer Experience und Nervenkitzel?

Das Einkaufserlebnis (Customer Experience) ist der Schlüssel für den Erfolg beim Shoppen.

Der Handel steht heute in Konkurrenz zu allen Freizeitaktivitäten der Menschen und verliert seine Rolle als Versorger der Nation immer mehr. Der Kunde kommt nicht mehr primär zum Händler oder in die Innenstadt, um Waren zu kaufen. Das Shoppen ist für ihn vielmehr ein Teil seiner Freizeitgestaltung.

Und was ist mit dem Nervenkitzel?

Je nach Händler besteht das optimale Einkaufserlebnis aus unterschiedlichen Komponenten. Das kann eine gute Beratung, das Ausprobieren der Produkte, das exklusive Sortiment, die optimalen Öffnungszeiten oder auch der Rabatt oder Coupon sein. Schnäppchenjäger!

Die Innenstadt als Erlebniswelt, in der sich der Shopper gern auch länger aufhält. Hieran ist der stationäre Handel gefordert und muss gemeinsam mit allen Vertretern in den Innenstädten tragfähige und attraktive Konzepte entwickeln und umsetzen.

Verschiebungen

Die Verschiebung vom stationären Handel zum Onlinehandel wird in vielen Bereichen immer deutlicher spürbar. Beispiel Mode: Während online die Ausgaben für Mode und Accessoires 2018 um 8,1 Prozent wuchsen, sanken sie bei den stationären Bekleidungshändlern im gleichen Zeitraum um 3,1 Prozent. Das zeigen Zahlen aus dem Onlinemonitor des Handelsverbands Deutschland (HDE).

„Diese Entwicklung setzt die Fachhändler mit ihren Bekleidungsgeschäften vor Ort noch weiter unter Druck. Das trifft vor allem den Handelsstandort Innenstadt. Denn der Bekleidungshandel ist eine der Schlüsselbranchen für vitale Stadtzentren“, sagt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE.

Entwicklung des Onlinehandels

Über alle Branchen hinweg entwickelte sich der Onlinehandel etwas schwächer als erwartet und wuchs um 9,1 Prozent. Die absoluten Umsatzzuwächse liegen bei rund 4,4 Milliarden Euro, so die HDE-Analyse. Nach den Kernbranchen wie Mode oder Haushaltselektronik verlagern sich auch kleinere Handelsbereiche mehr und mehr ins Netz. So wuchs der Onlineabsatz von Produkten des täglichen Bedarfs um 14 Prozent, bei Artikeln aus dem Bereich Heimwerken und Garten gab es ein Plus von zwölf Prozent.

HDE-Chef Genth sieht Händler unter Druck, online als zusätzliches Standbein noch konsequenter für sich zu nutzen. Denn vielen Käufen im stationären Handel gehe eine Informationssuche im Internet voran. So suchten die Kunden 2018 in 44 Prozent der Textilkäufe vor einem Einkauf im stationären Handel online.

„Umgekehrt informierten sich die Verbraucher nur in acht Prozent aller Bekleidungseinkäufe vor dem Onlinekauf in den Geschäften vor Ort. Diese Chance müssen die stationären Händler für sich nutzen. Viele Kunden wollen sich online ein Bild machen und dann im Geschäft vor Ort einkaufen“, sagt Genth. Deshalb sei ein Onlineauftritt heutzutage für jedes Handelsunternehmen unerlässlich.

Die Grafik und die Passage „Verschiebungen“ sind Bestandteil des Artikels im Spiegel „Kauf im Netz“ vom 19.05.2019
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/mode-bekleidungsgeschaefte-vom-onlinehandel-bedroht-a-1268041.html

Es geht auch anders – Beispiel IKEA

Spät gestartet, legt Ikea im Online-Handel inzwischen kräftig zu. Ikea-Manager Michael Mette, Deputy Retail Manager, erklärt in einem Interview, wie das Unternehmen im Internet ein unverwechselbares Einkaufserlebnis schaffen will und was Ikea von den Pure Playern lernen kann.

Frage: Der Besuch bei Ikea ist für viele Kunden mehr als nur ein Einkauf und besitzt Erlebnischarakter. Wie versuchen Sie das stationäre Erlebnis in den Online-Kontext zu übertragen?

Michael Mette: Wir achten darauf, dass sich die Einkaufskanäle gegenseitig ergänzen. Wir haben seit einem Jahr unser gesamtes Produktsortiment online und zeigen den Kunden dazu auch die Warenverfügbarkeiten in den Häusern an. Und wir bieten inzwischen in allen Einrichtungshäusern Click & Collect an. Das hat für den Kunden den Vorteil, dass er die Ware fertig kommissioniert abholen kann und damit viel Zeit spart. Außerdem haben wir Planungs-Tools zum Beispiel für Küchen uns Sofas, die der Kunde kanalübergreifend nutzen kann. All das führt dazu, dass sich die Einkaufskanäle ideal ergänzen und unsere Kunden immer häufiger Online- und Offline-Einkaufsmöglichkeiten kombinieren. Es ist spannend zu sehen, dass die Bereiche inzwischen so stark ineinander greifen.

IKEA-Filiale

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