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DIGITALISIERUNG. WORAUF WARTEN SIE?

Der analoge Geburtstag

Lord George Peter Ashtonburry feierte neulich seinen 60. Geburtstag im Kreise seiner Familie und den Mitgliedern des Puddingclubs, einem Verein zur Erhaltung des schottischen Brauchtums. Alles, was Rang und Namen hat, darunter viele Wegbegleiter vergangener Tage, fanden sich im Parkhotel Ahrensburg ein, um mit ihm diesen Abend zu begehen. Auch meine Frau und ich gehörten zu den 170 Gästen und erlebten im sanften Licht der Kandelaber einen spannenden Abend und ein unvergessliches 4-Gänge-Menü im Stil der 1960er-Jahre.

Grandioses Ambiente beim Krimidinner

Leider mussten wir miterleben, wie sich ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit über den Lord und seine Angehörigen legte, nicht ahnend, dass sich an diesem Abend ein fürchterlicher Fluch erfüllen sollte, der nicht nur ein Opfer fand …

Krimidinner

Sie werden sich fragen, warum ein Angehöriger des schottischen Adels aus den Highlands ausgerechnet in Ahrensburg seinen 60. Geburtstag feierte, obwohl man durchaus den Familiensitz „Schloss Darkwood“ hätte nutzen können. Ich werde es Ihnen verraten …

Lord Ashtonburry ist eine fiktive Person und einer der Protagonisten des Krimidinners Die Nacht des Schreckens.

Falls Sie es noch nicht kennen: Ein Krimidinner ist eine Mischform des Krimispiels, bei der die theatralische Rahmenhandlung nach Drehbuch und das Rollenspiel bewusst vermischt werden. Die Gäste eines Krimidinners erleben während eines mehrgängigen Abendessens ein Krimispiel, wobei die Hauptakteure professionelle Schauspieler sind. Dabei kann der Grad der Interaktion je nach Anbieter variieren. Während die Zuschauer bei manchen Krimidinnern selbst eine aktive Rolle in dem Spiel übernehmen, sind sie in anderen Fällen lediglich Zuschauer. Inzwischen gibt es in Deutschland um die 80 Anbieter, die exklusive oder öffentliche Veranstaltungen ausrichten.

Ensemble des Krimidinners „Die Nacht des Schreckens“

In unserem Fall übernahmen einige der Gäste aktive Rollen. Einer unserer Tischnachbarn wurde kurzerhand zum Mitglied des Puddingclubs ernannt; ein anderer Gast übernahm die Rolle des Arztes Dr. Amershaw. Letzterer hatte sich den Abend sicher anders vorgestellt, da er – ausgestattet mit einer braunen Leder-Arzttasche – immer wieder zu unterschiedlichen Tatorten eilen musste, um die Dahingemeuchelten zu begutachten und entsprechende Totenscheine auszustellen. Wie mir „Dr. Amershaw“ später verriet, empfand er seinen unfreiwilligen Auftritt als willkommene Abwechslung.

„Als ausgewiesener Barnaby-Fan weiß ich, dass Dr. Bullard pro Folge wesentlich mehr Leichen auf dem Seziertisch hat als ich heute Abend.“

Parkhotel Ahrensburg

Die Geschichte des Original-Krimidinners

Die Münchenerin Alexandra Stamm ist die Erfinderin des Original Krimidinners©. Als sie die Idee kreierte, folgte sie ihrer Leidenschaft für Krimis und gutes Essen. Zu diesem Zeitpunkt ahnten sie und ihr Mann Thomas Stamm noch nicht, welch riesige Beliebtheitswelle sie mit diesem Format in Gang setzen würden.

„Mein Ziel war es, Krimiunterhaltung im Stil der beliebten Edgar Wallace Filme zu erschaffen“, sagt die Gastgeberin der mörderischen Abende, die in den 200 schönsten Spielorten Deutschlands – darunter grandiose Schlösser und Burgen – stattfinden.

Alexandra Stamm nahm sich zwei Jahre Zeit, das Krimidinner-Konzept zu entwickeln. Als im September 2002 schließlich das erste Krimidinner im „Alten Stiftshaus“ in Essen stattfand, galt es zunächst als Geheimtipp, doch es war der Beginn einer langen und erfolgreichen Story. Seit dieser Zeit nahmen mehr als 1,5 Millionen Gäste an einem exklusiven Dinner der Familie Ashtonburry teil.

Alexandra Stamm – Gründerin des Original Krimidinners

Quintessenz

Das ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie man mit Mut, einer guten Idee, Risikobereitschaft und Hartnäckigkeit quasi aus dem Nichts ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen kann. Das ist der Geist, der heute dringend in einer globalisierten und zunehmend digitalisierten Wirtschaft benötigt wird.

Die Digitalisierung betrifft als Megatrend Unternehmen jeder Branche und jeder Größe. Doch viele Firmen gehen die digitale Transformation bisher viel zu zögerlich an. Dabei ist mehr Mut zu Innovation und Veränderung gefragt. Denn auch hier gilt das Darwinsche Prinzip: „Nur wer sich anpasst, überlebt“.

Zwar ist den meisten Vorständen und Geschäftsführern in Deutschland die enorme Bedeutung der Digitalisierung durchaus bewusst. Doch fehlt ihnen häufig der Mut, das Thema mit dem nötigen Nachdruck anzupacken.

„Wir haben bei der Digitalisierung in Deutschland kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem“, stellt Bitkom-Präsidiumsmitglied Dirk Röhrborn fest.

So geben 55 Prozent der mittelständischen Unternehmen in einer Bitkom-Umfrage an, dass die digitale Transformation eine zentrale Herausforderung für ihr Unternehmen ist. Aber 23 Prozent der Mittelständler haben bislang keine zentrale Digitalstrategie entwickelt. Die größten Hürden sehen die Unternehmen bei den Themen Personal, Datenschutz, IT-Sicherheit und vor allem bei langwierigen internen Entscheidungsprozessen.

Grafik – Bitkom-Studie

Fazit

An der digitalen Transformation kommt kein Unternehmen vorbei. Um im verschärften internationalen Wettbewerb langfristig bestehen zu können, müssen viele deutsche Firmen ihr Innovationstempo deutlich erhöhen.

Digitalisierung sollte sich als feste Denkweise und Unternehmenskultur in jedem Unternehmen etablieren: als Freude, die besten Technologien für die Branche zu finden oder selbst zu entwickeln. Als Herausforderung, immer wieder neue (digitale) Wege zu gehen.

Am Anfang des Handelns steht immer der Mut. Am Ende der Erfolg.

WAS MÖCHTEN SIE ALS NÄCHSTES TUN?

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  • Weitere Informationen zur Digitalen Transformation >>> 8. FIS-Forum

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