WENN DER DOSENÖFFNER FEHLT

Die erste Konserve

Nachdem Napoleon Bonaparte im Jahr 1795 zum kommandierenden General der französischen Heimatarmee ernannt worden war, erkannte er die Notwendigkeit, Nahrungsmittel haltbar zu machen, damit sich die Soldaten ohne Plünderungen ernähren konnten. Er setzte einen Preis von 12.000 Goldfranc aus, den der Pariser Konditor und Zuckerbäcker Nicolas Appert gewann, indem er Nahrungsmittel in luftdicht verschlossenen Glasflaschen erhitzte und dadurch konservierte. Diese Methode wurde von der französischen Marine geprüft und Appert bekam das Geld 1810 ausbezahlt.

Der britische Kaufmann Peter Durand kam im selben Jahr auf die Idee, die Methode von Appert mit Blechkanistern umzusetzen und erfand damit die Konservendose. Die Erfindung wurde am 25. August 1810 patentiert.

Der erste Dosenöffner

Die damals vergleichsweise dickwandigen Dosen wurden von den Soldaten mit den im Feld verfügbaren Schneid- und Schlagwerkzeugen geöffnet, so vor allem mit starken Messern wie dem Bajonett, fallweise auch mit Hammer und Meißel oder einem Beil.

Öffnen einer Konservendose, wenn der Dosenöffner fehlt

Das Erstaunliche ist, dass ein Gerät zum Dosenöffnen erst Jahrzehnte später erfunden wurde. Der von Robert Yeates 1855 erfundene Dosenöffner wurde drei Jahre später patentiert und weiterentwickelt.

Verbreitung der Konserve

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Verbrauchernachfrage nicht so schnell wie erwartet, was zum einen an den anfänglich hohen Herstellungskosten lag und zum anderen daran, dass es schlicht keine brauchbaren Dosenöffner gab.

Erst durch eine Revolution in der Geschäftswelt erlangten industriell erzeugte Nahrungsmittel – mithilfe von Werbung und Marketing – eine breite Akzeptanz bei den Verbrauchern. In den 1870er-Jahren baute Thomas Lipton, ein Kaufmann aus Glasgow, ein Handelsimperium im Lebensmittelbereich auf, indem er erschwingliche Produkte in Konservendosen verkaufte. Markennamen wie Lipton und A&P halfen, die zunehmende Kluft zwischen industriellen Herstellern und gewöhnlichen Verbrauchern zu überbrücken.

In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts begannen europäische und US-amerikanische Läden, Dosenfisch und –fleisch zu führen, später folgten Obst und Gemüse in Konservendosen. Der Siegeszug der Konservendose war nicht mehr aufzuhalten. Heute findet man wohl in jedem Haushalt Konservendosen mit ganz unterschiedlichen Inhalten.

Unterschied

Während zwischen der Erfindung der Konservendose und dem Dosenöffner 45 Jahre lagen, verhält es sich mit dem Internet und dem Onlineshopping anders. Fast zeitgleich mit der Öffnung des Internets erfolgte die Eröffnung der ersten Online-Shops. Das war nur möglich, weil einige kluge und weitsichtige Köpfe erkannten, dass sich das Internet als Bestandteil des technischen Fortschritts im digitalen Zeitalter nicht linear, sondern exponentiell entwickeln würde.

Wirft man einen Blick zurück, unterlag der Handel in den vergangenen 100 Jahren immer wieder Veränderungen. Noch bis vor knapp 25 Jahren, in der Prä-Amazon- und eBay-Ära, gab es weder Smartphones noch die Möglichkeit, online zu shoppen. Man kaufte seine Waren wie Kleidung einfach im Kaufhaus oder, etwas persönlicher, im inhabergeführten Einzelhandel um die Ecke. Der Ladeninhaber kannte seine Kunden und umgekehrt. Das schaffte Vertrauen.

Hinzu kam die Möglichkeit, Waren auch aus dem Katalog zu bestellen. Zum ersten Mal spielte damit die persönliche Beratung durch einen Verkäufer keine übergeordnete Rolle mehr. Stattdessen hatten Konsumenten die Gelegenheit, sich mithilfe von Katalogen einen Überblick über das Sortiment verschiedener Händler zu verschaffen.

Omnichannel Customer Experience heute – mit SAP, FIS und Medienwerft

Der Anfang

Am 30. April 2018 war es genau 25 Jahre her, dass das World Wide Web (WWW) für alle freigegeben wurde. Bereits sechs Jahre später, am 5. Juli 1994, startete Jeff Bezos mit seinem Buchversand Amazon und legte so den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Ein Jahr später ging Ebay an den Start und es folgten viele weitere Unternehmen.

Pioniere des E-Commerce

Spätestens ab Mitte der 1990er-Jahre erkannten die großen Player das enorme Potenzial des E-Commerce. Amazon ist heute nicht nur größter Online-Shop, sondern zählt neben Wal-Mart, Costco Wholesale und Kroger zu den umsatzstärksten Einzelhändlern der Welt.

Ab dem Jahr 2000 begann die Blütezeit des E-Commerce. Nach und nach entdeckten Shops, aber auch Banken und andere Branchen das Internet als Handelsplattform. Währenddessen erweitern Amazon, Google und Apple ihre Services ständig, um sich so fixe Plätze an der Spitze der Online-Shops zu sichern.

Geändertes Konsumverhalten

E-Commerce ist mittlerweile ein fester Bestandteil der heutigen Gesellschaft geworden. Heute muss alles schnell gehen und möglichst unkompliziert sein. Wir haben kaum noch Zeit, uns stundenlang in Shopping-Centern aufzuhalten und gemütlich einzukaufen.

Ein weiterer Faktor ist die quantitative Auswahl. Wir müssen nicht durch ein Dutzend Geschäfte laufen, um all das zu kaufen, was wir benötigen. Online-Shops bieten alles auf einen Blick in unschlagbarer Auswahl. Bekannte Marken sind in fast allen Online-Versandhäusern vertreten.

Die Universität Regensburg führte bereits im Jahr 2014 eine Studie durch, die widerspiegelt, warum sich immer mehr Menschen für das Online-Shopping entscheiden.

Grafik der Universität Regensburg zur Nutzung von Online-Shops – 2014

Der digitale Shop der Zukunft

Das e-commerce magazin hat im Rahmen einer Studie 284 Online-Shop-Betreiber aus unterschiedlichen Branchen wie Elektronik, Mode, Sport und Tierbedarf befragt, welchen Anforderungen man sich im Zuge der digitalen Transformation gegenübersieht. Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier >>> https://www.e-commerce-magazin.de/umfrage-der-digitale-shop-heute-und-zukunft

Fazit

Wir leben in einer Multioptionsgesellschaft: Durch die zunehmende Technisierung und Digitalisierung, die Vernetzung verschiedener Kommunikationskanäle und die Globalisierung haben sich die Wahlmöglichkeiten für Kunden fast ins Unermessliche gesteigert.

E-Commerce-Paketmarkt Deutschland / Quelle: obs/Oliver Wyman

Die aktuellen Zahlen für das zweite Quartal 2018 der Verbraucherstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) bestätigen einen nachhaltigen Wachstumskurs im interaktiven Handel. Der Online-Handel bleibt Wachstumstreiber im ersten Halbjahr 2018 und legt insgesamt mit einem Plus um 11,1 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 zu. Das wird sich auch 2019 nicht ändern.

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