SANTA CLOUD

Weihnachten 4.0

In wenigen Tagen ist Weihnachten. Das heißt: Hochkonjunktur für den Weihnachtsmann, auf den wieder viel Arbeit wartet. Er muss die zahlreichen Briefe, E-Mails und WhatsApp-Nachrichten mit den Wünschen der Kinder und Erwachsenen lesen, die gewünschten Gegenstände besorgen oder produzieren, verpacken und anschließend mit seinem Rentierschlitten die Geschenke vom Nordpol in die jeweiligen Häuser transportieren und das Ganze am Ende auch noch unbeschadet durch den Schornstein bekommen.

Das wirft Fragen auf. Zum Beispiel die, ob der Weihnachtsmann heutzutage auf moderne IT bei Produktion und Logistik angewiesen ist.

Und wie schaffen es der Weihnachtsmann und seine Elfen, alle Kinderwünsche zu erfüllen und dann innerhalb von nur wenigen Stunden weltweit auszuliefern?

Was ist mit den Rentieren? Die sind nicht dafür gemacht, Schlitten zu ziehen. Die Tiere müssen oft stundenlang im lauten, stinkenden und gefährlichen Straßenverkehr auf hartem Asphalt stehen und den schweren Schlitten ziehen. Ist das eine tiergerechte Lebensweise?

Wer hat’s erfunden?

Doch eins nach dem anderen. Wir sollten zunächst mit dem Märchen aufräumen, dass der Weihnachtsmann von „Coca-Cola“ erfunden wurde.

„Santa Claus“ war nämlich ursprünglich eine Erfindung der Europäer. Im 17. Jahrhundert brachten Niederländische Auswanderer ihren Sinterklaas-Brauch nach Nieuw Amsterdam (heute New York). Aus „Sinterklaas“ wurde im Laufe der Zeit der amerikanische „Santa Claus“.

Coca-Cola ließ sich 1931 von verschiedenen Weihnachtsfiguren inspirieren und verhalf dem heutigen Weihnachts-Botschafter zu seinem charakteristischen Aussehen. Die heutzutage bekannte Figur des Coca-Cola Santa Claus gibt es bereits seit dieser Zeit. Zum Leben erweckt hat diese Figur der Künstler „Haddon Sundblom“. Er gab dem Weihnachtsmann seinen freundlichen Gesichtsausdruck, den weißen Bart und kleidete ihn in Coca-Cola-Rot.

Der Weihnachtsmann und seine Rentiere

Die Frage, warum ausgerechnet Rentiere den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen, bleibt ein Streitfall unter den Gelehrten. Die nüchterne Perspektive eines Naturwissenschaftlers liefert für eine Untersuchung dieser Frage erste Anhaltspunkte. Ein Physiker würde errechnen, dass der Schlitten, soll er binnen 24 Stunden einmal die ganze Erde (Umfang 40.075 Kilometer) umrunden, mit einer Geschwindigkeit von ca. 1.670 Kilometern pro Stunde (km/h) unterwegs sein müsste. Die Stopps auf den Häuserdächern sind hier noch gar nicht mit eingerechnet.

Doch ist das realistisch? Der Weihnachtsmann würde mit einem ähnlichen Tempo wie der Eurofighter-Kampfjet – Stolz der europäischen Luftwaffen – in Bodennähe über den Himmel donnern. Dazu haben tatsächlich wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Tromsø stattgefunden. Die Ergebnisse der Studie erspare ich Ihnen an dieser Stelle, weil ich sie für total überflüssig halte. Man muss ja nicht alles wissenschaftlich belegen …

Coca-Cola

Seitdem Coca-Cola den Weihnachtsmann als Werbeträger entdeckte, hat sich vieles verändert. Seit mehr als 20 Jahren sind nämlich die „Coca-Cola-Weihnachtstrucks“ weltweit unterwegs, die nach Angaben des Getränkeherstellers Tausende in ihren Bann ziehen und bei deren Anblick PS-Freaks warm ums Herz wird. 470 PS ziehen die tonnenschweren Ungetüme mühelos über die Straßen, 18 Gänge hält das Getriebe bereit. Der Hubraum von 13 Litern ist gigantisch, beschert dem Motor aber gleichzeitig eine sehr lange Lebensdauer von rund 1,5 Millionen Meilen.

Coca-Cola-Weihnachtstruck

Doch zurück zu der Frage:

 Was ist denn überhaupt Weihnachten 4.0?

Dazu hat Prof. Dr. Dirk Lippold, Gastprofessor an der Humboldt-Universität in Berlin, einen interessanten Artikel verfasst. Er schreibt:

„[…] Weihnachten 4.0? Ja, sicher. Es gibt Arbeit 4.0, Technologie 4.0, Consulting 4.0, Führung 4.0, Mittelstand 4.0, Deutschland 4.0, ja sogar Restrukturierung 4.0 und – ach janatürlich – Industrie 4.0. Lediglich die öffentliche Verwaltung ‚firmiert‘ derzeit noch unter ‚Verwaltung x.0‘. Doch auch hier läuft alles auf ‚Verwaltung 4.0‘ hinaus, nicht zuletzt, um eine positiv-gestalterische Vision für die Leistungserstellung der öffentlichen Hand in der Digitalisierung zu suggerieren.

Was liegt also näher, als auch unsere gesamten Weihnachtsaktivitäten in den ‚Vier-Punkt-Null‘-Wertschöpfungskanon einzubeziehen. Die Frage ist doch nur noch, ob wir lediglich die digitalen Weihnachtsaktivitäten, oder auch die analogen Handlungen zum Fest mit einbeziehen und nach wertschöpfenden Prozessen auswerten wollen. […]“

Das ist eine treffende Beschreibung und macht deutlich, dass Shopping im Netz etwas Infantiles hat. Schiebt man sich Geschenke in Zukunft nur noch von Cloud zu Cloud zu?

Kommerzielle Ausschlachtung?

Man muss kein gläubiger Christ sein, um die Ironie darin zu sehen, dass sich ausgerechnet Weihnachten zum kommerziell am stärksten ausgeschlachteten Feiertag des Jahres entwickelt hat. Und man muss auch kein militanter Gegner der Digitalisierung sein, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass das Internet und E-Commerce dabei sind, diese Entwicklung des Weihnachtsfests weiter auf die Spitze zu treiben. Einher geht damit schon länger ein massiver Verfall der Kultur des Schenkens.

Nach einer aktuellen Studie haben sich in Deutschland mehr als 50 Prozent der Befragten vorgenommen, dieses Jahr ihre Weihnachtsgeschenke im Internet zu kaufen. Die Befürworter des Online-Weihnachtsbummels argumentieren mit der Bequemlichkeit, günstigeren Preisen, weniger Stress und dem größeren Angebot.

Was die Kultur des Schenkens angeht, hat diese stark effizienzgetriebene Art des Weihnachts-Shoppings im Netz zugleich etwas Infantiles. Erwachsene Menschen, die online Wunschzettel erstellen, damit an Heiligabend bloß niemand enttäuscht wird. Der Akt des Schenkens verkommt zum reinen Warenaustausch. Überraschungen sind unerwünscht!

Symbiose von Tradition und Moderne

Papier, Füller und kein Internet – aufgrund seiner stets gemütlichen Art und seines fortgeschrittenen Alters könnte man meinen, die Arbeitsweise des Weihnachtsmannes – neuerdings auch„Santa Cloud“ genannt – sei mehr als eingestaubt. Aber eine aktuelle Studie zeigt: Genau das Gegenteil ist der Fall. Denn zwischen Rentieren, Rauschebart, Geschenken und Glühwein ist jede Menge Platz für digitale Lösungen, die mehr als notwendig sind, um das stetig wachsende Arbeitsaufkommen des Weihnachtsmanns überhaupt zu bewältigen.

Aber wie sieht das konkret aus?

Spätestens, wenn zu Beginn des Dezembers unzählige Wunschzettel aus der ganzen Welt eintreffen, beginnt für den Weihnachtsmann die heißeste Phase des Jahres. Um dieses enorme Wunschaufkommen bearbeiten zu können, setzt er mittlerweile voll und ganz auf die Cloud und füttert sein intelligentes IT-System mit allen erforderlichen Daten und Informationen.

„Wunschzettel sind so vielseitig wie die Menschen selbst”, erklärt der Weihnachtsmann. Und dabei meint er nicht nur die Wünsche an sich, sondern auch die Wunschzettel selbst. „Mal sind sie fein säuberlich über den Verlauf eines Jahres ausgearbeitet worden und mal ganz nebenbei beim Abendbrot mit vollem Mund daher gesagt und notiert. Da muss ich stets aufmerksam und vor allem gut organisiert sein.”

Die Cloud – der natürliche Lebensraum des Weihnachtsmannes

Santa bei der Arbeit

Der Weihnachtsmann war schon immer in der Cloud, stellt sie doch sozusagen einen natürlichen Bestandteil seines Lebensraums dar. Doch jetzt nutzt er vollumfänglich IT-Ressourcen, die ihm früher nicht zur Verfügung standen. Die Cloud bietet ihm die Möglichkeit, auch auf seinem Schlitten mobil auf wichtige Daten und Anwendungen zuzugreifen und mit ihnen zu arbeiten.

Fazit

Auch am Nordpol geht nichts mehr ohne Cloud!

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