SCHLECHTES LICHT

Das Schlafzimmer – Nicht nur ein Ort zum Schlafen

„Kannst Du mal das Licht einschalten?“ fragte meine Frau, die im Bett neben mir lag und ihre Brille suchte. 

„Schatz, das habe ich bereits gemacht“, lautete meine wenig überzeugende Antwort.

Wir starrten beide auf das schwach leuchtende Etwas unter der Zimmerdecke. 

„Die ist doch bestimmt gedimmt“, überlegte sie laut.

„Schön wär’s. Aber Du kannst mir glauben, da ist kein Dimmer.“ 

Nein, das ist kein Dialog aus Loriots „Szenen einer Ehe“, sondern hat sich wirklich so zugetragen … 

Vorgeschichte

In den meisten Haushalten dient das Schlafzimmer nicht ausschließlich zum Schlafen und als Hort der Ruhe. Es wird oft auch als Ankleideraum oder als Rückzugsort zum Lesen oder Entspannen genutzt. Demnach sollte auch die Beleuchtung angepasst werden. Eine Lampe an der Zimmerdecke erhellt den kompletten Raum und bestenfalls auch die einzelnen Fächer im Kleiderschrank. So findet man auch in der Dämmerung schnell das zum Anzug passende Hemd oder den Lieblingspullover.

Soweit die Theorie. Leider wurden diese Grundsätze bei der Gestaltung des Ferienhauses, das wir während unseres letzten Urlaubs für vierzehn Tage gemietet hatten, nicht berücksichtigt. Bereits am ersten Abend unseres Aufenthalts stellte ich mir die Frage, welchen Nutzwert die Lampe hatte, die sich über dem Bett befand und Licht nur in homöopathischen Mengen abgab.

Auf seltsame Art und Weise futuristisch anmutend, mochte sie so gar nicht zur rustikalen bayrischen Einrichtung des Hauses passen und wirkte wie eine störende Discokugel aus den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. 

Anmerkung: Discokugeln hießen früher„Spiegelkugeln“ und waren bereits im Berlin der 1920er Jahre in Tanzpalästen installiert. Die Filmliebhaber unter Ihnen kennen diese Lichtwunder sicher aus Filmen wie „Der blaue Engel“ und „Casablanca“.

Bei Betrachtung des Fotos (Bild 1) werden Star-Wars-Fans eine gewisse Ähnlichkeit zu dem ersten Todesstern erkennen, der unter der Kontrolle des Galaktischen Imperiums stand und unter der Führung von Großmoff Tarkin den Planeten Alderaan, Heimatplanet der Rebellenführerin Leia Organa, zerstörte. 

Und genau wie der Todesstern war auch dieses seltsame metallische Gebilde fast genauso dunkel. Das von ihm auch eine zerstörerische Kraft ausging, spürte ich zum ersten Mal, als ich im Halbdunkel mit dem Fuß gegen das Bettgestellstieß und mir einen Zeh verstauchte. Kein Wunder, denn die verwendete 25-Watt-Glühbirne war nicht gerade eine erhellende (Licht-)Quelle, und im Gegensatz zu den zuvor erwähnten Spiegelkugeln, die aus Kunststoff bestanden, auf die außen kleine Glas- oder Metallspiegel aufgeklebt wurden, bestand unsere Kugel aus Metallplättchen, die auf der Innenseite mit Kupfer beschichtet waren.

Bild 1

Kürzlich hatte ich einen Artikel gelesen, in dem es hieß, dass es in Kürze im Walt Disney World Resort in Florida ein komplettes Star-Wars-Hotel geben würde. Ich musste schmunzeln und stellte mir die Frage, ob die Zimmer dort auch mit diesen Lampen ausgestattet würden. 

Der IKEA-Todesstern

Bei der Recherche zu diesem Artikel stieß ich auf eine Internet-Seite mit einer Video-Anleitung, die beschreibt, wie man aus einer IKEA-Lampe einen Miniatur-Todesstern macht. Eingefleischte Star-Wars-Fans wird das freuen, da Fan-Artikel im Allgemeinen sehr teuer sind. Mich freute das weniger, da ich noch dreizehn Nächte unter dem Todesstern verbringen sollte …

https://www.maennersache.de/ikea-ps-2014-lampe-star-wars-todesstern-diy-anleitung-923.html

Anmerkung: In dem Video wird gezeigt, wie mit etwas Farbe, Klebeband und Arbeit aus der Hängelampe IKEA PS 2014 die vernichtende Raumstation wird. Siehe Bild 2.

Bild 2

Es mag sein, dass ich die ganze Sache zu pragmatisch betrachte, doch eine Lampe sollte, neben einem ansprechenden und passenden Design, vor allem Licht spenden. Das einzige, was man mit einem neuen Anstrich erreicht, ist ein optischer Effekt, der nicht den geringsten Einfluss auf den Nutzwert hat. Es ist und bleibt dunkel! Womit wir beim Thema wären …

Transformation Journey

Das Wettbewerbsumfeld für Unternehmen hat sichdramatisch verändert. Es ist heute kurzlebiger und aggressiver als je zuvor. Neue Umstände und Bedingungen können die Stellung eines Unternehmens im Handumdrehenuntergraben. Die Maxime „Never change a winning team“ hat ihre Gültigkeit verloren. Sie kann dazu führen, dass ein Unternehmen in schlechtem Licht dasteht und den Anschluss an den Markt verliert – ein Phänomen, das auch als „StrategicDrift“ bezeichnet wird.*

*Lesen Sie auch den Blog-Beitrag Vorsicht Kreuzotter.

Wer als Unternehmenslenker meint, dass es ausreicht, seinem Unternehmen einen neuen Anstrichzu verpassen, aber die Notwendigkeit anzweifelt, das Innenleben, den Aufbau, die Prozesse und die Strukturen zu verändern, wird keine neuen Märkte erobern können. Und schlimmer noch: er wird sich auf lange Sicht nicht in seinem Markt behaupten können.

Auch gesunde Unternehmen müssen ständig über denWandel nachdenken. Was einst als operative Aufgabe galt, hat sich inzwischen zu einer strategischen Herausforderung entwickelt. Treiber der Transformation ist das Aufbrechen („Disruption“) von Geschäftsmodellen, ausgelöst durch das neue Machtgefüge der globalen Märkte, durch Digitalisierung, rechtliche Vorschriftenund vor allem durch veränderte Kundenanforderungen. 

Fazit

Dass es Unternehmen schwerfällt, die Notwendigkeit des Wandels zu akzeptieren, ist einerseits nachvollziehbar. Denn Transformationsprogramme können auch die falschen Signale an Wettbewerber und Investoren aussenden. Andererseits schmälert eine zu zögerliche Haltung die Erfolgschancen erheblich und lässt dem Unternehmen wenig Handlungsspielraum für die Zukunft. Transformation muss darauf abzielen, das Unternehmen agiler zu machen, seinen geschäftlichen Erfolg dauerhaft zu verbessern und es wettbewerbsfähig zu machen oder zu halten – um sein Überleben zu sichern.

Wenn Sie sich nicht mit einem neuen Anstrich begnügen und Fragen zu Prozessveränderungen und Digitalisierung haben, kontaktieren Sie mich. Ich freue mich auf Ihre Anfrage!

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