WARUM SCHEITERN UNTERNEHMEN AN „SOCIAL MEDIA“?

Die meisten Unternehmer wissen mittlerweile, dass sie an sozialen Netzwerken nicht mehr vorbeikommen. Sie haben verstanden, dass „Social Media“ ihre Unternehmenszukunft mitbestimmt, vor allem, wenn die Wettbewerber auf Facebook, Twitter und Co. bereits aktiv sind.

Voll motiviert wird losgelegt und Blog, Facebook-Seite und Twitter-Profil werden eingerichtet. Ein halbes Jahr später: Der erhoffte Erfolg hat sich nicht eingestellt. Elan und Motivation sind verschwunden. Blog und Netzwerkprofile verwaisen. 

Doch woran liegt es, dass so viele Unternehmen mit ihren Social-Media-Aktivitäten scheitern?

Die häufigsten Fehler, die Unternehmen im Social-Media-Marketing machen: 

Fehler 1: Fehlende Strategie 

Viele Unternehmen laufen der Masse hinterher, ohne sich überhaupt Gedanken zur eigenen Strategiegemacht zu haben. 

Braucht ein Werkzeughersteller wirklich eine Facebook-Seite? Oder sind dessen Kunden nicht besser anderswo anzutreffen?

Solche Überlegungen sollten am Anfang Ihrer Social-Media-Strategie stehen. 

Fehler 2: In Kampagnen denken 

Unternehmen, die eine Facebook-Seite einrichten, weil sie in drei Monaten ein Jubiläum feiern und dafür ihre Angebote veröffentlichen wollen, werden scheitern. In sozialen Netzwerken geht es um den „Dialog“. Das erfordert harte Arbeit und vor allem Kontinuität. Es bringt nichts, mal für einen Monat etwas zu veröffentlichen und dann für die nächsten Jahre wieder zu verschwinden. 

Unternehmen müssen sich zuerst das Wohlwollen ihrer Zielgruppe verdienen, bevor sie von den Fans Aktionen, wie das Klicken auf Links, das Liken oder die Reaktion auf Angebote erwarten können. Das Aufbauen der Netzwerke passiert nicht über Nacht.

Das althergebrachte „Kampagnen-Denken“ funktioniert höchstens noch für das Planen von Facebook-Anzeigen, aber nicht im Rahmen einer umfassenden „Social-Media-Strategie“. 

Fehler 3: Sozial tun, aber nicht sein 

Leider werden Social-Media-Profile immer noch mit Werbeflächen verwechselt. Viele Unternehmensverantwortliche meinen, es reiche aus, auf Facebook oder Twitter zu werben. Statt den Nutzern und Followern zuzuhören und so mitzukommen, was die Leute bewegt und worüber gesprochen wird, reden sie nur über sich und ihr tolles Angebot. 

Vielen Unternehmern ist nicht klar, dass sich ihrKommunikationsverhalten“ dauerhaft verändern muss, wenn sie in sozialen Netzwerken erfolgreich sein wollen. Pressemitteilungen sind hier völlig fehl am Platz. 

Fehler 4: Content Marketing falsch verstehen 

Unternehmen haben gehört, dass sie mit gutem Content punkten können, also mit Inhalten, die den vielbesagten Mehrwert bieten. Zu viele Unternehmen haben jedoch noch immer Angst zu viel ihres Wissens (für welches bezahlt werden soll) preis zu geben. Dies führt häufig dazu, dass belanglose, völlig unternehmensferne Inhalte geteilt werden. Lustige Bildchen und humorvolle Lückentexte bringen vielleicht ein paar Kommentare, tragen jedoch nichts zur Imagepflege des Unternehmens bei.

Fehler 5: Social Media nicht ernst nehmen 

Oftmals wird die Social Media-Arbeit als zusätzlicher Posten anAssistenten, Praktikanten oder Azubis abgegeben. Inhalte zu erstellen, einen Blog zu pflegen und in sozialen Netzwerken eine aktive Fangemeinde aufzubauen, machen jedoch viel Arbeit, die sich schwer neben der eigentlichen Arbeit erledigen lässt. 

Die Personen im Unternehmen, die die Inhalte aktiv in den Netzwerken nachaußen tragen, sind das Sprachrohr desUnternehmens und sollten dementsprechendes Wissen mitbringen. Die Social-Media-Auftritte eines Unternehmens sind mindestens genauso wichtig, wie die Empfangslobby oder Unternehmenswebseite. Ständig wechselnde Praktikanten mit dieser wichtigen Kommunikationsaufgabe zu betreuen, ist schlichtweg leichtsinnig. 

Fehler 6: Zu wenig Zeit einplanen 

Auf die Frage: „Warum haben Sie aufgehört zu bloggen?” erfolgt mit großer Wahrscheinlichkeit die Antwort: „Weil ich keine Zeit mehr dafür hatte.”

Oft wird der Zeitaufwand für Blog, Facebook, Twitter und Co. unterschätzt. Läuft im Unternehmen etwas nicht rund, sind es sehr oft die Social-Media-Aktivitäten, die reduziert oder komplett eingestellt werden. Mit verheerenden Folgen, denn soziale Netzwerke und Blogs leben von der Regelmäßigkeit. Nach langer Abwesenheit ist die Reichweite im Keller und man beginnt von vorn. 

Fehler 7: Misstrauen gegenüber Social Media

Wer als Privatperson den Umgang in Netzwerken ablehnt, kann kaum glaubhaftsein Unternehmen dort präsentieren (lassen). Selbst wenn der Chef nicht selbstaktiv wird, muss er zumindest die Offenheitund Transparenz, die Social-Media-Kommunikation abverlangt, befürworten. Die verantwortlichen Mitarbeiter benötigen die volle unternehmensinterne Unterstützung, um den Social-Media-Marathon durchzuhalten. 

Fehler 8: Marketing-Hausaufgaben nicht gemacht 

Alle Mühe ist umsonst, wenn die Zielgruppenicht bekannt ist und deren Probleme nicht benannt werden können. Spätestens beim Erstellen der Social-Media-Strategie müssen Unternehmer konkret werden: Wen will ich erreichen? Bei welchen Problemen kann ich der Person helfen? Was soll die Person tun? Erschreckend oft können Unternehmer diese Fragen nicht beantworten. 

Fehler 9: Kein Budget für Social Media-Marketing 

Wer nicht bereit ist, Geld für seine Social-Media-Aktivitäten in die Hand zu nehmen, wird nicht weit kommen. Auch wenn die Teilnahme an den Netzwerken kostenlos ist, kommt schnell einiges zusammen für zusätzlichen Mitarbeiteraufwand, Beraterhonorare, Grafiken und Bilderlizenzen, das Beauftragen von Inhalten und Facebook-Anzeigen. 

Fehler 10: Falsche Erwartungen 

„Wir haben nach zwei Wochen auf Facebook noch keinen neuen Kunden gewonnen.”

Derart überzogene Erwartungen führen schnell zum Aufgeben. Ein realistisches Zeitfenster zur Beurteilung der eigenen Social-Media-Anstrengungen sind sechs bis zwölf Monate. Vorab zu wissen, was man mit Social Media überhaupt erreichen kann, schützt vor Enttäuschungen. Für schnelleVertriebsziele eignen sich weder Blog noch Facebook. Für langfristige Imagepflege, Kundenbindung und Kundengewinnung über Empfehlungen hingegen schon.

Tipps für Ihre Social-Media-Strategie 

Wenn Sie die folgenden Tipps befolgen, werden Sie Ihr Social-Media-Marketingauf ein solides Fundament stellen:

Legen Sie die Verantwortlichkeit fest. Wenn Sie als Unternehmer nicht selbst aktiv werden, wählen Sie Mitarbeiter aus, die diese Aufgabe gerne übernehmen.

Erstellen Sie einen Plan, der Ziele, Zielpersonen und einen Zeitplan beinhaltet. Beginnen Sie lieber erstmal mit einem Blog und nur einem Netzwerk und lernen Sie dabei.

Geben Sie ein Budget frei, damit Sie oder Ihre Mitarbeiter die Chance haben, gute Arbeit zu leisten. Am Kauf von Fotos, Grafiken und eventuell Texten werden Sie nicht vorbeikommen.

Lesen Sie dazu auch den FIS-Blogbeitrag Social Media als Teil der Marketingstrategie

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