DER DIGITALE KLINGELBEUTEL

Nein – arm sind die beiden großen Glaubensgemeinschaften in Deutschland nicht! Der deutsche Staat überweist den Kirchen jährlich immer mehr Geld: Die Geldzahlungen der Bundesländer sind gegenüber demVorjahr um gut 14 Millionen Euro auf den Rekordwert von 538 Millionen Eurogestiegen. Diese sogenannten Staatsleistungen überweist der Staat den Kirchen* zusätzlich zu Kirchensteuern und zu den Zahlungen, welche die Kirchen für ihre Arbeit im sozialen Sektor erhalten, also etwa in Kindergärten, Schulen oder Krankenhäusern.

*Die Kirchen sind als Körperschaften des öffentlichenRechts von Gesetzes wegen grundsätzlich nicht steuerpflichtig. 

Über den Anstieg des Geldsegens berichtete jüngst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf eine Erhebung der „Humanistischen Union“. Wie der Verband demnach weiter vorrechnet, erhielten die Kirchen seit1949 insgesamt fast 17,9 Milliarden Euro Staatsleistungen (Stand: 05/2018). 

Ein lohnendes Geschäftsmodell

Von den 538 Millionen Euro in diesem Jahr erhalte die evangelische Kirche etwa 314 Millionen und die katholische Kirche 224 Millionen Euro, schreibt die „FAZ“. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz kommentierten die Zahlen nicht. Nach Angaben der EKD machen die Staatsleistungen im Schnitt 2,6 Prozent des jeweiligen Haushalts in den Landeskirchen aus.


https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12520/umfrage/kirchensteuer-einnahmen-in-deutschland/

Die Statistik zeigt die Einnahmen der Katholischen und Evangelischen Kirche in Deutschland durch die Kirchensteuer in den Jahren von 2004 bis 2016. Im Jahr 2016 nahm die Katholische Kirche rund 6,15 Milliarden Euro durch die Kirchensteuer und die Evangelische Kirche etwa 5,45 Milliarden Euro ein.

Gott vergelt‘s

Gemessen an diesen Zahlen erscheinen die Einnahmen aus Kollekten, Opfern und Spenden eher bescheiden. In Ihrem Bericht „Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“ aus dem Jahr 2016 beziffert die Evangelische Deutschlands (EKD) den Betrag auf 310Mio. Euro.


https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/zahlen_und_fakten_2016.pdf

Dennoch scheint die EKD auf diese Einnahmequelle zusetzen. Jetzt hat nämlich die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) einen digitalen Klingelbeutel vorgestellt. Kirchen können damitdie Kollekte per NFC (Near Field Communication) durchführen.

Was heißt das?

Der „Digitale Klingelbeutel“ ist wie ein herkömmlicher Klingelbeutel gestaltet, damit der gläubige Spender auch weiterhin Bargeld in den Beutelwerfen kann. Zusätzlich erlaubt der Klingelbeutel die bargeldlose Kollekteper Giro Card oder Kreditkarte, ohne die Eingabe einer PIN. Die Technik ist dabei in das Gehäuse integriert und arbeitet kontaktlos. Sie kennen das Verfahren sicher von Ihrem Discounter und/oder Supermarkt.
Die Idee des digitalen Klingelbeutels wurde bereits als Patent beim Deutschen Marken- und Patentamt angemeldet. Auch ein Antrag auf Gebrauchsmusterschutz wurde ebenfalls gestellt. Die technischen Prototypenstellen ihre Dienste bereits in der Praxis unter Beweis.  Abgewickelt wird das Ganze über den Projektpartner Evangelische Bank.
Fabian Kraetschmer, Leiter des IT-Referats des Konsistoriums in Berlin, sagt dazu:

„Es gab für die Entwicklung zwei Treiber: Einerseits die zunehmende Bedeutung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in der Gesellschaft. Anderseits die zunehmenden Schwierigkeiten, Bargeld bei Banken abzugeben. Gerade im ländlichen Bereich gibt es erhebliche Herausforderungen: lange Wege zu den Annahmestellen, Fahrkosten, Einzahlungsgebühren und Verwaltung – all das schmälert jede Kollekte empfindlich.“

Die Synode der Landeskirche wird sich im Herbst mit dem digitalen Klingelbeutel befassen. Auch weitere Funktionen sind bereits in Entwicklung. So sollen eine bundesweite Kollekten-App und Stationen für bargeldlose Spenden im Ausgangsbereich der Kirchen realisiert werden.

Digitale Transformation heißt: Change!

Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, dass ein begleitendes Veränderungs- beziehungsweise Change Management einen Schlüsselfaktor darstellt, um Herausforderungen effizient und erfolgreich zugestalten. Wir alle sind mit einer Vielzahl neuer Technologien konfrontiert. Deren Weiterentwicklung ist inzwischen definitiv unumkehrbar, unvermeidbar und dabei für die meisten gefühlt unberechenbar. Insbesondere greift die Digitalisierung massiv in das soziale System einer Unternehmung ein. Bestehende Denk- und Handlungsmuster werden attackiert. Nicht nur Spannung und Motivation beherrschen die Unternehmen, sondern auch Widerstände, Ängste und oft eine „Das geht nicht“-Mentalität.

Das Handwerkszeug zum Abschneiden alter Zöpfe muss gelernt undinternalisiert werden. Digitale Transformation erfordert Wandel. Und Wandel ist inzwischen Normalität und sollte es auch für kleinere und mittlere Unternehmensein. Ein wirksames Veränderungsmanagement begleitet Unternehmen und Organisationen bei ihren digitalen Ambitionen und nimmt vor allem die Mitarbeiter mit ihren Emotionen mit.

Organisationen, die Change Management einführen und leben, sind ihrem Wettbewerb um Längen voraus. Change Management schafft darüber hinaus die „Übersetzungsleistung“ vom Digitalisierungs-Kauderwelsch ins tägliche Leben.

Wenn Sie Fragen zum Change Management und Digitalisierung haben, sprechen Sie mich an.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.