SIND DIE FÄRÖER-INSELN SEXY?

Mal ganz ehrlich! Wissen Sie auf Anhieb, wo die Färöer-Inseln liegen? 
Ich gebe zu, ich wusste nicht, dass die aus 18 Inseln bestehende Gruppe (auch „Schafsinseln“ genannt) im Nordatlantik zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island liegt, zur dänischen Krone gehört, aber vollkommen autonom ist. 

Es ist ein Land, in dem es 300 Tage im Jahr regnet, das keine Mücken kennt und deren Einwohner von Fischfang, Schafszucht und Jagd auf Wale leben. Die raue Natur macht die Färöer zu einem der letzten unentdeckten Hotspots Europas, doch nun rollt der Tourismus an. 

Spielwiese für Fotografen und Outdoor-Liebhaber

Sicherlich gehören die Färöer – ähnlich wie seine prominenten skandinavischen Nachbarn – nicht zu den günstigsten Urlaubsländern. Doch wo können die Schafsinseln bei den Besuchern punkten?

Der Grund ist ganzeinfach: die unberührte Natur überzeugt auf ganzer Linie. Raue Klippen, große Fjorde und viele Wasserfälle, die steil in den Atlantik stürzen. Die Färöer stehen den skandinavischen Nachbarn in nichts nach. Besonders Fotografen und Vogelkundler bekommen eine nahezu unberührte Landschaftskulisse angeboten. 

Die Menschen auf den Färöern scheinen ein bisschen überrascht zu sein, dass immer mehr Touristen den Weg auf die rauen Schafsinseln finden. Es herrscht Aufbruchstimmung und man stellt sich gerade erst auf den Tourismus-Boom ein; vor allem auf Outdoor-Enthusiasten.

Färöer-Inseln wieder sexy für junge Einheimische und Touristen

Blick auf Tórshavn

Aber auch bei vielen jungen Einheimischen steht die Heimat wieder hoch im Kurs. Während einst junge färöische Frauen zum Studieren lieber nach Kopenhagen oder Schottland gingen, ist das heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Färöer sind sexy geworden. Immer mehr Färinger kommen aus Dänemark in die Heimat zurück. Es gibt genügend Arbeit und die Verbundenheit mit der Heimat ist seit jeher groß. Die Hauptstadt Tórshavn hat 12.400 Einwohner. (Foto)

Neues Modell – Neue Jobs

Die fortschreitende Digitalisierung und soziale Medien wie Instagram sind darüber hinaus ein Segenfür die Färöer und helfen, die Inseln bekannter zu machen. 

In einem n-tv-Artikel wurde vor kurzem über Jóhannus Kallsgard Joensen berichtet, der auf der nurspärlich besiedelten Insel Kalsoy lebt, einer der nördlichsten Inseln der Färöer. Joensen wohnt im Dorf Trollanes, eines von nur vier Dörfern auf Kalsoy. Fernab der Hauptstadt Tórshavn ist Kalsoy selbst für färöische Verhältnisse der Inbegriff der Abgeschiedenheit. Joensen ist hier Schäfer, Eisenschmied, Touristenführer und Feuerwehrmann in Personalunion. Er hat vier Jobs, um über die Runden zu kommen. Im vergangenen Jahr führte er rund 3.000 Touristen über seine Weiden zum Leuchtturm von Kallur. Tendenz deutlich steigend. 

„Es ist verrückt, das Interesse an unserer Heimat ist so groß. Ich überlege, nun einen festen Weg zu planieren, Wegweiser aufzustellen und weitere Touristenführer zu engagieren. Es wartet viel Arbeit auf uns,“ so Joensen.

Eine Erfolgsgeschichte

Im Jahr 2003 wurden auf den Inseln 81.302 Übernachtungen registriert. Seit 2013 erhebt Hagstova Føroya, das Statistische Amt der Färöer, die touristischen Besucherzahlen. In den letzten vier Jahren verzeichnete das Amt einen Besucheranstieg von etwa 35 Prozent.

Im Jahr 2016 wurden knapp 160.000 Übernachtungen registriert, eine leichte Steigerung um ca. 600 Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr. Die tatsächliche Zahl der Übernachtungen dürfte etwas höher liegen, da private Vermietungen – z.B. überAirbnb – nicht erfasst werden, weil die vermittelnden Websites diese Zahlen nicht kommunizieren. 

Der amerikanische Fernsehsender CBS und seine Reiseredaktion haben die Färöer als „Top Travel Destinationin 2018“ auserkoren. Forbes, eines der erfolgreichsten Wirtschaftsmagazine weltweit, führt die Inseln in der Liste „The 15 Coolest Places to Go in 2018“.

Was können deutsche Unternehmen von den Färöern lernen?

Nach wie vor sind die wichtigsten Erwerbszweige der Färöer die Fischerei und die die Fischzucht, wobei die Fischereiwirtschaft mit einem Anteil von etwa 95 Prozent am Exportvolumen dominiert. Der Tourismus befindet sich in einer Aufbauphase, wird aber zunehmend an Bedeutung gewinnen und für neue Arbeitsplätze sorgen. 

Das oben erwähnte Beispiel des Jóhannus Kallsgard Joensen zeigt, dass man den Mut aufbringen muss, eingefahrene Wege zu überprüfen und ggf. zu verlassen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Die Welt und ihre Bedingungen verändern sich ständig, und das, was uns dorthin gebracht hat, wo wir heute stehen, wird nicht ausreichen,um auch dort zu bleiben.

Im übertragenen Sinn heißt das für jeden Unternehmer:

Will ich in der heutigen Zeit erfolgreich bestehen und die Existenz meines Betriebes langfristig sichern, muss ich Veränderungen in meinem Umfeld ständig analysieren und bewerten. Welche Chancen und Risiken ergeben sich, welche markt- und kundengerechten Maßnahmen folgen daraus? 

Dabei ist eine derzentralen Fragen: Wie kann ich vorhersagen, wie sich meine Kunden meinem Produkt gegenüber verhalten und aus welchen Gründen werden diese Kunden das Produkt und nicht das der Konkurrenz kaufen?

Nur wer seine Kunden, Interessenten und Absatzmärkte kennt und analysiert, wird langfristig erfolgreich sein. Als informierter Unternehmer werden Sie neue Märkte aufspüren und Produktchancen frühzeitig erkennen und umsetzen.

Es gilt also, sich regelmäßig und ausführlich mit dem eigenen Unternehmen und seiner Ausrichtung als auch mit dem Außenbereich zu beschäftigen. Informationen müssen zusammengetragen, analysiert und bewertet werden. Auf dieser Basis können dann Ziele bestimmt und daraus abgeleitete Marketingmaßnahmen umgesetzt werden.

Eine solche Marktanalyse ist zugegebenermaßen arbeitsaufwändig. Da die Informations- und Datenflut ständig wächst, ist es nicht ganz einfach, die gewonnenen Erkenntnisse für unternehmerische Entscheidungen nutzbar zu machen. Doch der Aufwand lohnt sich: Ein auf die Belange des Unternehmens abgestimmtes Beobachtungssystem macht es möglich,
wichtige Daten, Entwicklungen und Trends schneller wahrzunehmen, Marktchancen frühzeitig zu erkennen, schnell auf sich veränderte Marktbedingungen zu reagieren, neue Produkt- und Dienstleistungsideen zu entwickeln und das eigene Unternehmen auf die Bedürfnisse und Erwartungen von Kunden auszurichten.

Indem alle Mitarbeiter eingebunden werden, kann es darüber hinaus gelingen das Wir-Gefühl zu stärken und ein marketingorientiertes Denken auf breiter Basis im Unternehmen durchzusetzen.

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