AUSGEBREMST?

Am 4. Dezember des letzten Jahres fand im Microsoft Atrium in Berlin die Award-Verleihung Digital Transformer Of The Year statt. Dabei handelte es sich um eine interaktive Veranstaltung, bei der die Teilnehmer gemeinsam mit den Preisträgern, Nominierten und Referenten eigene Konzepte für Ihren Weg durch die digitale Transformation erarbeiteten.

Der persönliche Kontakt und der intensive Austausch standen im Fokus und machten den Abend zu einem besonderen, inspirierenden und motivierenden Erlebnis. 

Einer der Redner war Prof. Dr. Tobias Kollmann, Digitalisierungs-Experte von der Universität Duisburg-Essen. In seinem spannenden Vortrag nannte er konkrete Beispiele, warum wir „Digital Leaders“ brauchen und führte aus, dass wirkaufendeinauto.de eines der wenigen Unicorns in Deutschland sei.

„In dem Moment, in dem Sie dort anfragen und Ihr Auto verkaufen wollen, wissen die schon, zu welchem Preis sie das Auto wieder in Osteuropa verkaufen werden und wie hoch ihre Marge dabei ist. Auch der Thermomix aus dem traditionsreichen Haus Vorwerk ist ein positives Beispiel. Vorwerk weiß, was Sie abends essen werden.“ 

Das seien wertvolle Daten, so Prof. Kollmann. Inzwischen arbeite Vorwerk mit Rewe Digital zusammen und erschließe sich so neue Geschäftsfelder. Es gebe diese Beispiele, aber es seien zu wenig.

„Es fehlen ausreichend Köpfe für digitale Innovationen, für Start-Ups. Es fehlen Köpfe für die Digitalisierung des Mittelstandes und die CDO’s bei den großen DAX-Konzernen. Digitaler Wandel braucht Digital Leader, die mit ihren Skills und Mindset die digitale Zukunft bereiten“, so Prof. Kollmann. 

Piranhas und Elephants machen uns zu schaffen

„Durch den digitalen Wandel geraten Sie zwischen die Fronten: Zwischen jungen Start-Ups (Piranhas), vollgepumpt mit Venture Capital und den übermächtigen, etablierten Plattformen wie Google und Amazon (Elephants)“. 

„Die durchschnittliche Reaktionszeit eines deutschen Mittelständlers auf Veränderung betrage zwei Jahre – im Internet eine Ewigkeit“, so Kollmann.

Er nannte das Beispiel Uber. Innerhalb von zwei Jahren hat die Fahrdienstvermittlung aus den USA ihren Service in über 100 Städten auf 4 Kontinenten ausgerollt – mit 10 Millionen jährlichen Fahrten. 

Prof. Kollmann fordert mehr Agilität, Geschwindigkeit und Mut.

„Mut – auch wenn man mal nicht weiß, ob das am Ende zum Erfolg führt. Wir sind doch nicht schlechter hier in Deutschland.“ 

Die Next Generation fühlt sich ausgebremst

In ihrem kürzlich erschienenen Buch Unternehmenskultur und Innovationserfolg in Familienunternehmen kommt dieAutorin Anna Katharina Heider zu einem ähnlichen Ergebnis. Sie führt aus, dass die Nachfolgegeneration in ihren Familienbetrieben reichlich Handlungsbedarf bei Digitalisierung und Innovation sieht. Die Next Generation fühlt sich ausgebremst. Um sie einzubinden, ist Geschick gefragt.

Eltern und Kinder haben bekanntlich in vielen Punkten unterschiedliche Auffassungen und Herangehensweisen. In Familienunternehmen ist es allerdings nötig, dass Alt und Jung sowie Geschwister an einem Strickziehen. Wie die Streitereien etwa bei Aldi, Tönnies oder Oetker zeigen, ist das aber oft schwierig. 

Künftige Entscheider vermissen Strategie

Derweil werden Generationenkonflikte in Familienunternehmen durch die Themen Digitalisierung und Innovation noch verschärft, stellt die PwC-Studie Same passion, different paths fest. So glauben nur sieben Prozent der sogenannten Next Gen, dass ihre Familienfirma eine erfolgversprechende Digitalstrategie hat. Und mehr als ein Drittel der 137 für die Studie befragten Nachfolger aus 21 Ländern vermisst bei der älteren Generation die nötige Aufmerksamkeit für den digitalen Wandel. 

Auch in punkto Innovationen beurteilen viele der künftigen Entscheider die eigene Firma skeptisch. Lediglich 15 Prozent sehen hier eine besondere Stärke ihres Unternehmens. Demgegenüber halten jedoch 82 Prozent Innovationskraft für den Schlüssel zum Erfolg. Immerhin spielen gut die Hälfte (56 Prozent) der Befragten in diesem Bereich bereits eine zentrale Rolle, während 29 Prozent meinen, sie könnten mehr dazu beitragen. Rolf Haubl, der in einem Erfahrungsbericht über Nachfolgeprozesse die besondere Psychodynamik von Geld und Besitz in mittelständischen Familienunternehmen erläutert, kommt zu dem Schluss: „Ohne eine feinfühlige Beziehungsarbeit sind Tradition und Innovation nicht zu vermitteln. Denn der Generationenwechsel mobilisiert fast zwangsläufig Ambivalenzen.“ (Seite 187)

Diese resultieren auch daraus, dass inFamilienunternehmen zwei Systeme aufeinandertreffen. Auf der einen Seite steht das soziale System der Familie, in dem Entscheidungen nach persönlichen Kriterien getroffen werden. Demgegenüber steht das System des Unternehmens. Hier werden Entscheidungen aufgrund ökonomischer Kalkulationen und nach Rentabilitätsgesichtspunkten getroffen. 

„Das Erfolgsrezept langlebiger Familienunternehmen besteht darin, die Paradoxie aufrechtzuerhalten und den Konflikt nicht zugunsten der einen oder anderen Seite zu entscheiden“, konstatiert Anne Katarina Heider in dem Buchkapitel Innovationsförderliche Unternehmenskultur in Familienunternehmen (Seite55). 

Meine Empfehlung

Damit Sie auf keinen Fall den Anschluss verlieren und mehr über die Digitalisierung Ihrer Geschäftsprozesse erfahren wollen, empfehle ich Ihnen den FIS Innovationstag 2018, der am 15. – 16. Mai 2018 in Schweinfurt stattfindet. 

Durch die Mehrheitsbeteiligung an der Hamburger Medienwerft haben wir im letzten Jahr einen starken Partner gewonnen, der unser Kerngeschäft um umfassendes Knowhow bis tief in die betriebswirtschaftlichen und prozessualen Anforderungen von SAP-Lösungenwie CEC (Customer Engagement and Commerce) erweitert. 

Darüber hinaus ist der FIS-Innovationstag die Informationsplattform rund um Trends und Entwicklungen im SAP-Umfeld. Er liefert praxisnahe und konkrete Impulse für Ihr Geschäft mit einem 360-Grad-Rundumblick auf aktuelle Technologien und IT-Themen sowie Geschäftsprozesse und zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen in Sachen Digitaler Transformation in eine Führungsposition bringen.

ANMEDLUNG >>> http://bit.ly/2E3ooJW

Themen FIS Innovationstag 2018  – DigitalisierungChange ManagementMedienwerftCustomer Engagement and Commerce

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