DIGITALE ANGST 2018?

„Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut.“

Der bekannte Humorist Karl Valentin (4.6.1882 – 9.2.1948) brachte bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts mit seinem Zitat auf den Punkt, was heute leider immer noch für viele Manager, Geschäftsführer und Vorstände gilt. Die Angst geht um, die Digitalisierung in ihren Unternehmen einzuführen und/oder voranzutreiben.

Der Ex-Profiboxer und ehemalige Weltmeister im Schwergewicht, Wladimir Klitschko, drückt es in sportlicher Sprache so aus:

„Wer sich nicht digitalisiert, wird ausgeknockt.“

Damit spricht er aus, was viele CIOs und Geschäftsführer in Unternehmen denken, denn sie wissen, dass der Wettbewerb im digitalen Zeitalter dramatisch zunimmt. Um kreativ und flink im Denken und Entwickeln zu werden, müssen gerade Mittelständler alte Denkmuster ausrangieren.

Vieles drehte sich 2017 um die Digitalisierung, die geeignete Strategie und anstehende Herausforderungen. Dazu finden Sie hier zehn Aussagen renommierter Experten und Vordenker:
http://bit.ly/2pSvwq6

Ist die Wettbewerbsposition Deutschlands gefährdet?

Die Stimmen, die neben der zögerlichen Haltung vieler Entscheidungsträger mittelständischer Unternehmen und Konzerne auch die Politik in der Verantwortung sieht, werden lauter. Der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Achim Berg, beklagt die  Tatenlosigkeit der Bundesregierung beim Breitbandausbau und sieht sogar die deutsche Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr.

Die schleppende Regierungsbildung in Berlin gefällt Berg gar nicht. Er ist neuer Chef des Branchenverbands Bitkom, in dem rund 2.500 deutsche Unternehmen der Digitalindustrie vertreten sind. Der Zusammenschluss warnt vor ernsten Konsequenzen für die Wettbewerbsposition Deutschlands.

„Es gibt ja noch eine geschäftsführende Bundesregierung, die sich auch sehr bemüht. Aber die großen Themen stehen still, sei es der Digitalpakt oder der Breitbandausbau. Das schmerzt sehr“, sagt Berg. Die Konsequenz sei, dass das Land mindestens ein Jahr verliere.

„Die Zeit haben wir aber nicht. Die Digitalisierung wartet nicht auf Deutschland oder darauf, dass in Berlin endlich eine Regierung gebildet wird“, so Berg. Und er fügt an: „Dass die Parteien keine Regierung hinbekommen in einer so wichtigen Zeit, das ist ja fast Sabotage am Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Das ganze Interview finden Sie hier:
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Digitalisierung verschlafen

Die schwedische Modekette H&M verschärft nach dem ersten Umsatzminus seit Langem den Sparkurs. Geplant ist, weitere Filialen zu schließen, zudem sollen weniger neue Geschäfte aufmachen, wie das Unternehmen mitteilte. H&M bekomme einerseits die Veränderungen in der Branche zu spüren.

„Zusätzlich gab es Ungleichgewichte in Teilen des Sortiments“, räumte kürzlich ein Sprecher der Kette ein.

Analysten erhoffen sich nun nähere Informationen zum weiteren Unternehmenskurs im Februar 2018. Die Umsätze (ohne Mehrwertsteuer) sanken im Schlussquartal zu Ende November um 4 Prozent auf 50,4 Milliarden schwedische Kronen (rund 5,1 Mrd. Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten mit 53,9 Milliarden Kronen gerechnet. In lokalen Währungen lag das Minus bei zwei Prozent – das war nach Angaben einer Sprecherin auf dieser Basis der erste Rückgang seit mindestens 1998. An der Börse kamen die Zahlen schlecht an: DerAktienkurs brach um fast 14 Prozent ein und fiel auf den niedrigsten Stand seit2009.

Der Druck durch den Onlinehandel wächst!

H&M leidet seit längerem unter der Konkurrenz der Onlinehändler wie Zalando, Amazon oder Asos. Ab Frühjahr wollen die Schweden nun ihre Waren auf der Online-Plattform Tmall verkaufen, die zum chinesischen Internetriesen Alibaba gehört. Indessen mehren sich die Schwierigkeiten in den Filialen. Immer mehr Kleidung bleibt in den Läden liegen, seit zwei Jahren steigen die Lagerbestände an.

„Es sieht so aus, als ob das H&M-Angebot in dieser Saison sehr suboptimal für das weltweit agierende Unternehmenist“, sagte RBC-Analyst Richard Chamberlain.

Der wichtigste Rivale Inditex, zu dem die Kette Zara gehört, profitiert dagegen von einer flexibleren Lieferkette, die es dem Unternehmen erlaubt, schneller auf Änderungen in der Nachfrage zu reagieren. Als Reaktion darauf kündigten die Schweden an, die Verzahnung von stationärem mit Onlinehandel zu beschleunigen und das Ladenportfolio zu überprüfen. NähereAngaben zu den Schließungsplänen wurden zunächst nicht gemacht.

Onlinehändler wie Amazon boomen auf Kosten der stationären Händler.

Auch in den USA leidet der Einzelhandel unter derAbwanderung der Kundschaft. Doch die Entwicklung hat gerade erst begonnen. Etliche Branchenriesen geraten in Gefahr.

Jahrzehntelang waren Amerikas „Shopping Malls“ das pulsierende Herz des Einzelhandels und zogen massenhaft Kunden an. Doch der vonAmazon angeführte Siegeszug des E-Commerce hat die Branche in eine tiefe Krise gestürzt. Mit den großen Einkaufszentren verschwinden nicht nur Tummelplätze des sozialen Lebens, wo Familien flanierten und sich Jugendliche trafen. Essind auch zahlreiche Jobs bedroht.

Gibt es 2018 überhauptnoch Grund zur Hoffnung?

Amazons Boom geht somit direkt zu Lasten der stationärenWarenhändler. Die Branche hat trotz der brummenden US-Wirtschaft ein Horrorjahr hinter sich. US-Shopping-Ikonen wie Macy’s reduzierten in großem Stil Arbeitsplätze und Filialen. Das 1858 gegründete Traditionshaus hat sogar mit der Versilberung seines wertvollen Immobilienvermögens begonnen, um demAbwärtstrend etwas entgegenzusetzen. Rivalen wie Kohl’s oder JC Penney’s und auch die breiter aufgestellten Ketten wie Walmart oder Target spüren ebenfalls die wachsende Macht von Amazon.

Doch es gibt auch positive Beispiele!

Der deutsche Handels- und Dienstleistungskonzern OTTO testet seit Dezember 2016 ein neues Geschäftsmodell. Kunden können seit ca. einem Jahr Produkte auf Zeit mieten. Dazu gehören Fernseher, Waschmaschinen, Tablets oder Kaffeevollautomaten, aber auch Drohnen oder E-Bikes – alles erhältlich über die neue Plattform ottonow.de.

OTTO NOW kommt allen zugute, die ihr Wunschproduk tgerne nutzen, aber nicht besitzen wollen. Der Student beispielsweise, der in einer WG ohne Waschmaschine wohnt. Bevor er ins Waschcenter gehen muss, kann sich die WG zukünftig eine Waschmaschine auf ottonow.de mieten und die Kosten teilen – so lange, wie die WG besteht oder das Gerät genutzt werden soll. Auch junge Familien mit Kindern, deren Ansprüche sich häufig ändern, oder Early Adopter, die immer gerne das neueste technische Device nutzen möchten, können von OTTO NOW profitieren.

„Die Idee, Produkte auf Zeit zu besitzen und lediglich zu mieten, hat in Deutschland ein neues Level erreicht. Es ist jetzt der richtige Moment, die Bereitschaft der Konsumenten für Mietangebote zu testen. Getreu dem agilen Projektvorgehen OTTOs testet das Team seine Ergebnisse in einem frühen Stadium live im Markt, sodass OTTO NOW bereits seit heute als Beta-Version zu sehen ist“, sagt Marc Opelt, Bereichsvorstand Vertrieb.

Zum ersten Geburtstag des internen Start-Ups blickt der Onlinehändler OTTO auf einen erfolgreichen Testlauf mit OTTO NOW zurück. Bei den Kunden punktete das neue Geschäftsmodell besonders mit dem langfristigen Verleih von Multimedia- und Haushaltsartikeln.

Meine Empfehlung

Wenn Sie mehr über die Digitalisierung Ihrer Geschäftsprozesse erfahren wollen und auf der Suche nach inspirierenden Ideen für Ihr Business sind, empfehle ich Ihnen den FIS Innovationstag 2018, der am 15. – 16. Mai 2018 in Schweinfurt stattfindet.

Durch die Mehrheitsbeteiligung an der Hamburger Medienwerft haben wir im letzten Jahr einen starken Partner gewonnen, der unser Kerngeschäft um umfassendes Knowhow bis tief in die betriebswirtschaftlichen und prozessualen Anforderungen von SAP-Lösungen wieCEC (Customer Engagement and Commerce) erweitert.

Darüber hinaus ist der FIS-Innovationstag die Informationsplattform rund um Trends und Entwicklungen im SAP-Umfeld. Er liefert praxisnahe und konkrete Impulse für Ihr Geschäft mit einem 360-Grad-Rundumblick auf aktuelle Technologien und IT-Themen sowie Geschäftsprozesse und zeigt Ihnen, wie Sie IhrUnternehmen in Sachen Digitaler Transformation in eine Führungsposition bringen.

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