DAS DIGITALE FRÜHSTÜCKSEI

Es ist nicht die eleganteste Art, ein Frühstücksei mit dem Messer zu köpfen. Früher war das Köpfen von Eiern unter Enthusiasten des Einmaleins des guten Tons verpönt, doch heute ist es selbst nach Knigge erlaubt, wenngleich dort zu lesen ist, dass das Eiköpfen ein „in sich etwas brutaler Akt ist“ und das Ei selbst in der Rubrik „Schwierige Speisen“ zu finden ist. 

Wie schwierig es ist, ein Ei in angemessener Form zu kochen und im Anschluss zu verspeisen, musste ich kürzlich erfahren. Während das gemeine Hühnerei in unserem Haushalt über Jahrzehnte hinweg eher eine untergeordnete Rolle bei der Auswahl der Frühstücksspeisen spielte, ist es nun ins Zentrum des morgendlichen Sonntagsfrühstücks gerückt. Der Prozessabschnitt von der Zubereitung bis zum Verzehr hat sich verändert! Der Fachmann spricht hiervon Change Management.

Physik trifft auf Gourmetküche

Das Eierkochen mag den meisten von uns eher trivial erscheinen, doch unter dem Suchbegriff „Eier kochen“ zeigt Google mehr als 2,6Mio. Ergebnisse an. Darunter finden sich, neben allerlei Unsinn, auch Artikel von renommierten Wissenschaftlern ganz unterschiedlicher Disziplinen und -man lese und staune- auch Tipps von Sterneköchen. 

So beschreibt der britische Starkoch Heston Blumenthal, wie man das perfekte Frühstücksei kocht.*

* https://www.welt.de/vermischtes/article160309139/So-kocht-man-das-perfekte-Fruehstuecksei.html

Quelle: diyundso.de

Und der aus dem Fernsehen bekannte luxemburgische Wissenschaftsjournalist, Physiker und Moderator Ranga Yogeshwar hat eine Formel entwickelt, nach der die ideale Kochdauer berechnet werden kann. (Siehe Grafik oben.) Die Formel wurde dahingehend erweitert, dass die Siedetemperatur des Wassers näherungsweise aus der Höhe des Ortes über dem Meeresspiegel berechnet wird. Der aktuelle Luftdruck bleibt dabei allerdings unberücksichtigt.

Das digitale Piepei

Das privathaushaltliche Change Management begann bei uns mit dem Erwerb des Piepeis „Detlef“, das vor einigen Monaten den Geist -oder besser: die Batterie- aufgegeben hatte. Seitdem liegt die Verantwortung für die fachgerechte Zubereitung bei „Schantall“.

Piepei Schantall

Nein, bei „Schantall“ handelt es sich nicht um unsere neue Haushaltshilfe – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Vielmehr ist das Piepei Schantall eine Eieruhr zum Mitkochen. Diese (k)ultimative Eieruhr kennt die Temperatur, bei der das Eigelb gerinnt. Die Eieruhr wird einfach zusammen mit den Eiern in den Kochtopf gelegt und gibt mit der kräftigen Melodie „Ich wollt‘ ich wär‘ ein Huhn“ lauthals bekannt, wenn die gewünschte Festigkeit im Inneren des Eis erreicht ist.

In der Kolumne des Genussportals Gourmetwelten beschreibt die Autorin Babette Gott unter dem Titel Knigge Alarm Frühstücksei den richtigen Umgang mit dem tierischen Produkt und erwähnt u. a., dass der Eierlöffel keinesfalls aus Silber sein darf, weil das den Geschmack beeinträchtigt. Sie empfiehlt einen Plastiklöffel oder die feinere Variante aus Perlmutt.

Meine Frau -seit Jahren Amazon Prime Kundin- bestellte unmittelbar nach diesem Erkenntnisgewinn einen Satz Perlmutt-Löffel in bunten Farben, obwohl es in unserem Haushalt nicht einen einzigen Silberlöffel gibt. Als seien die Perlmuttlöffel nicht schon teuer genug, landete auch noch ein „Take299004/29 Clack Keramik-Ei, Good Morning“ für 17,14 Euro im Amazon-Warenkorb.

Bitte was?

Take299004/29 Clack Keramik-Ei, Good Morning

 Bei dem Take2 handelt es sich um einen sogenannten „Eierschalensollbruchstellenverursacher“, der nach Angaben des Herstellers dem Frühstücksei, bei fachgerechter Nutzung, per Schlagkugel eine ringförmige Bruchstelle zufügt und sozusagen die weichere Variante der Enthauptung darstellt. Wie meine Frau mir versicherte, war der Kauf ein echtes Schnäppchen. Meine Frage nach dem Nutzen beantwortete sie mit dem Hinweis auf die 4,5 Sterne und die fast durchweg positiven Rezensionen. Ich muss zugeben, dass sich mir bis heute nicht der Sinn erschließt, das Gerät einzusetzen und damit Protagonist eines merkwürdigen Rituals zu werden. Ich köpfe mein Frühstücksei weiterhin mit dem Messer …

Die zweite Frage, wie man denn überhaupt auf den Sollbruchstellenverursacher kommt, beantwortete mir Amazon selbst. Auf der Amazon-Shop-Seite erscheinen, neben dem jeweils ausgewählten Produkt, unter der Überschrift „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“ und „Gesponserte Produkte zu diesem Artikel“ allerlei Utensilien, die offensichtlich zu dem ausgewählten Artikel passen.

Erkenntnisgewinn

Nach einer aktuellen Statista-Umfrage achten mittlerweile 60 Prozent der befragten Online-Käufer in der Regel auf Vorschläge von Shops, welche Artikel für sie noch interessant sein könnten und die Mehrheit findet, dass die Anregungen gut zu den Kaufinteressenten passen. Von denen, die auf vorgeschlagene Artikel achten, sagen 39 Prozent, dass sie gelegentlich oder sogar häufig solche Produkte kaufen. Den Beweis dafür habe ich oben beschrieben.

Cross-Selling und Produktempfehlungen im Onlineshop

Das Marketing vieler Shop-Betreiber konzentriert sich darauf, Besucher aus Suchmaschinen und anderen Quellen zu gewinnen. Doch auch die virtuelle Verkaufsfläche selbst lässt sich so optimieren, dass der Umsatz nachhaltig steigt.

Cross-Selling, also der Verkauf von zueinander passenden oder sich ergänzenden Produkten und Dienstleistungen in einem Onlineshop, erfordert weniger technisches Knowhow, denn zu diesem Zweck gibt es gute Hilfsmittel. Vielmehr ist ein Gespür dafür gefragt, welche Produktempfehlungen einen tatsächlichen Mehrwert für Ihre Kunden bieten. Denn nur dann werden sie diese auch nutzen.

Die Macht der nutzergenerierten Daten

Für den Mehrwert sorgt die richtige Verknüpfung zueinander passender Waren. Diese kann man Algorithmen überlassen, die inA/B-Tests gegeneinander getestet werden, oder aber manuell pflegen. Die Variante „per Hand“ ist nicht selten genauer und effizienter, dürfte aber nur bei kleineren Webshops praktikabel sein. Ebenso wichtig ist die visuelle Aufbereitung der Produktempfehlungen. Branchenprimus Amazon gilt hierbei als Vorreiter, mit einfachen aber umso wirkungsvolleren Verweisen auf ähnliche Produkte.

Meine Empfehlung

Wenn Sie mehr über Cross-Selling und Prozessveränderungen erfahren wollen, empfehle ich Ihnen den FIS Innovationstag 2018, der am 15. – 16. Mai 2018 in Schweinfurt stattfindet.

Durch die Mehrheitsbeteiligung an der Hamburger Medienwerft haben wir im letzten Jahr einen starken Partner gewonnen, der unser Kerngeschäft um umfassendes Knowhow bis tief in die betriebswirtschaftlichen und prozessualen Anforderungen von SAP-Lösungen wie CEC (Customer Engagement and Commerce) erweitert.

Darüber hinaus ist der FIS-Innovationstag die Informationsplattform rund um Trends und Entwicklungen im SAP-Umfeld. Er liefert praxisnahe und konkrete Impulse für Ihr Geschäft mit einem 360-Grad-Rundumblick auf aktuelle Technologien und IT-Themen sowie Geschäftsprozesse und zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen in Sachen Digitaler Transformation in eine Führungsposition bringen.

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