DIGITALE WUNDER

Italien, Schweiz, Österreich, Amerika, Skandinavien, Mitteldeutschland und Hamburg in zweieinhalb Stunden?

„Unmöglich!“ werden Sie sagen. Es sei denn, Sie haben schon mal das Miniatur Wunderland in Hamburg besucht. Das befindet sich in der historischen Speicherstadt und ist nicht nur die größte Modelleisenbahnanlage der Welt, sondern auch laut einer Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus die beliebteste Attraktion Deutschlands.

Blick auf die Kölbrandbrücke – Miniatur Wunderland Hamburg

Unser Familienausflug führte uns am vorletzten Wochenende dorthin, und wir erlebten einen unvergesslichen Nachmittag der ganz besonderen Art in einer tollen Atmosphäre. Genauso spannend wie die Attraktionen im Maßstab 1:87 selbst war es, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und dem Team individuelle Fragen stellen zu können.

Jan Büker, ein Freund unserer Familie und „Handelsminister“ bei der Miniatur Wunderland Hamburg GmbH, sorgte dafür, dass ich mit Mathias Stamm (Elelctronical Team Leader) reden konnte, der sehr freundlich und professionell meine Fragen beantwortete.

Das Gespräch führte ich im Miniatur Wunderland in Hamburg am 12.11.2017. Hier ein Auszug aus dem Gespräch:

RS: Mathias, mich interessiert natürlich insbesonders, wie das Verhältnis zwischen mechanischen bzw. elektromechanischen Fehlern und elektronischen Fehlern ist?

MS: Leider bereiten wir diesenVergleich nicht statistisch auf. Aber die Fehler mechanischer Natur überwiegen definitiv. Im Sinn von verschlissenen Reifen, Motoren und Getrieben beim Carsystem (u. a. auch der Flughafen). Oder bei den Zügen, genauso die Radsätze und die Dinge, die einer mechanischen Belastung unterliegen.

RS: Wie sieht es mit der Software aus? Oder besser gesagt, mit der Steuerung und Überwachung?

MS: Technische Zusammenstöße von Fahrzeugen oder im Speziellen auch von Zügen, können schon durch die Software verursacht werden. Das ist aber eher die Ausnahme. Wahrscheinlicher sind Fehler, die auf die elektrotechnischen Bauelemente zurückzuführen sind. Vielleicht wird ein Befehl nicht versendet oder empfangen, und in der Folge wurde so eine Weiche daran gehindert, mechanisch zu schalten. Oder einzelne Bauelemente fallen durch einen elektronischen Defekt aus.

RS: Gibt es noch weitere Faktoren?

MS: Ja. Zum Beispiel bei LEDs. Hier ist es der Halbleiter, der nach 5 – 10 Jahren langsam an Kraft verliert und eine – im Vergleich merklich – schwächere Lichtausbeute liefert.

RS:Als gelernter Elektromechaniker muss ich trotzdem nochmal nachhaken und nach deiner persönlichen Einschätzung fragen. Was überwiegt: mechanische oder durch die Software bedingte Störungen? Vielleicht hast du doch irgendeine prozentuale Zahl für mich?

MS: (Lacht.) Wie ich bereits sagte, sind es am Ende die mechanischen Belastungen an den Teilen, die zu mehr Fehlern führen, als einzelne Bauelemente, von denen sogar mehr im Einsatz sind. Derzeit fahren 1.040 Züge auf einer Gleislänge von 15,4 Kilometern. Mehr als 300 Fahrzeuge und 45 Flugzeuge sind im Einsatz, in denen summiert von den oben genannten Teilen zirka 150.000 Stück verbaut sind. Dazu kommen weit über 250.000 elektronische Bauelemente.

RS: Mathias, ich hätte noch viele weitere Fragen. Doch zunächst vielen Dank für deine spontane Hilfsbereitschaft, die Beantwortung meiner Fragen und weiterhin viel Erfolg für die nächsten Projekte.

Fazit

Leitstand Miniatur Wunderland

Die Antworten zeigen deutlich, dass ohne ein Höchstmaß an Digitalisierung das Miniatur Wunderland nicht möglich wäre und dass die weit verbreitete Angst, Prozesse und Abläufe digital zu überwachen, oft unbegründet ist. Die beiden Firmengründer, Frederik und Gerrit Braun, bauen mit ihrem Team weiter an der Verwirklichung ihres Lebenstraums. Und ich bin mir sicher, dass sie dabei weiterhin nicht nur auf Inspirationskraft und Kreativität setzen, sondern auch auf zukunftsweisendeTechnologien.

Meine Empfehlung

Neben einem Besuch des Miniatur Wunderlands in Hamburg empfehle ich Ihnen die folgenden Links:

Miniatur Wunderland Homepage: http://www.miniatur-wunderland.de/

Infos für Technikinteressierte: http://www.miniatur-wunderland.de/anlage/technik/

Neue Technologien und Digitale Wunder

Wenn Sie mehr über neue Technologien, die Digitalisierung Ihrer Prozesse und den nutzenbringenden Einsatz in Ihrem Unternehmen erfahren möchten, empfehle ich Ihnen den FIS Innovationstag 2018, der am 15. – 16. Mai 2018 in Schweinfurt stattfindet.

Durch die Mehrheitsbeteiligung an der Hamburger Medienwerft haben wir im letzten Jahr einen starken Partner gewonnen, der unser Kerngeschäft um umfassendes Know-how bis tief in die betriebswirtschaftlichen und prozessualen Anforderungen von SAP-Lösungen wie CEC (Customer Engagement and Commerce) erweitert.

Darüber hinaus ist der FIS-Innovationstag die Informationsplattform rund um Trends und Entwicklungen im SAP-Umfeld. Er liefert praxisnahe und konkrete Impulse für Ihr Geschäft mit einem 360-Grad-Rundumblick auf aktuelle Technologien und IT-Themen sowie Geschäftsprozesse und zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen in Sachen Digitaler Transformation in eine Führungsposition bringen.

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