FRISST SOFTWARE DIE WELT?

Geschafft! Innerhalb von vier Tagen und zwei halben Nächten habe ich Dan Browns neuestes Werk Origin als Kindle Edition hinter mir gelassen. (Die gebundene Ausgabe umfasst immerhin 672 Seiten.)

Dan Brown versteht es einmal mehr, religiöse Themen mit denen der Wissenschaft zu verbinden. Topaktuell (Digitalisierung, Roboter/Automation, Elektromobilität), künstlerisch wertvoll (Gaudis Barcelona wird bis ins kleinste Detail geschildert), spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Morde, Intrigen, Verfolgungsjagden, Homosexualität, platonische Liebe, Verschwörungen, Bibelkunde, Kunstschätze, wissenschaftliche Exkursionen, Neuanfänge, Urängste: Das ist die Klaviatur, auf der „Origin“ spielt.

Einer der Hauptprotagonisten, Edmond Kirsch, erklärt in einer Schlüsselpassage, wie unsere Spezies und Technologie verschmelzen werden und beschreibt Menschen, die ihre Smartphones umklammern, mit VR-Brillen vor den Augen oder Bluetooth-Kopfhörern in den Ohren und Jogger mit MP3-Playern an den Armen. Und doch – so führt er fort – ist das nur der primitive Anfang.

„Wir fangen gerade erst damit an, winzige cholesterinfressende Nanobots in unserem Blutkreislauf zu injizieren, Computerchips ins menschliche Gehirn zu implantieren und synthetische Gliedmaßen zu konstruieren …“

Was bleibt am Ende von Browns fünftem Langdon-Roman? Auf jeden Fall ein Gefühl, wieder einmal gut unterhalten worden zu sein, mit einem Buch, das den Zeitgeist getroffen hat und einen ketzerischen Abschluss liefert:

„Das Zeitalter der Religion neigt sich dem Ende zu, das Zeitalter der Wissenschaft hat gerade erst begonnen.“

In seinem Artikel Dematerialisierung – DieNeuverteilung der Welt erinnert Karl-Heinz Land an die Präsentation des Apple-Gründers Steve Jobs. Das erste echte Smartphone stellte er 2007 vor. Land beschreibt, dass längst mehr Zugriffe aufs Internet von mobilen Smartphones und Tablets als von Computern erfolgen. Er konstatiert: Information,Kommunikation, Fotografie, Medienkonsum, Banking, Urlaubs- und Reisebuchungen, Beziehungen knüpfen – gibt es für irgendeine Aufgabe noch keine App?

Software „frisst“ die Welt. Diese Headline hört sich ganz schön krass an, trifft aber im Kern genau das, was gerade passiert. Die Digitalisierung stellt nicht nur Geschäftsmodelle auf den Kopf, sondern erfordert auch ein neues Denken. Unternehmen sind also dringend gefordert, den richtigen „Spirit“ zu entwickeln.

Die digitale Transformation, die aktuell jede Branche erfasst, definiert die Spielregeln der Ökonomie neu. Branchengrenzen lösen sich auf und lassen neue Wettbewerber in kürzester Zeit auf den Plan treten. Wettbewerber, die mit leichtem Gepäck unterwegs sind, weil sie sich teure Infrastruktur sparen. Ein Unternehmen wie AirBnB besitzt kein einziges Hotel, organisiert aber Übernachtungen in mehr als 65.000 Städten in 191 Ländern. Das Unternehmen stellt allein die Plattform zur Verfügung, auf der die Anbieter und Nachfrager von privaten Unterkünften zusammenfinden. In Zukunft geht es immer weniger um die Hardware, sondern um den geschickten Einsatz von Software. Das gilt nicht nur für die neuen Business-Modelle aus dem Dienstleistungssektor,sondern ebenso für die Industrie.

Umbau der gesamtenWirtschaft

Während zuvor Technologie nur ein Teil der Wirtschaft war, ist sie heute dabei, die gesamte Wirtschaft umzubauen. Wer heute als Anlagenbauer tätig ist, wird morgen von seinen Kunden nicht mehr für die Maschinen, sondern für deren optimale Steuerung bezahlt. „Siemens“ folgt diesem Ansatz, indem durch die Auswertung von Wetterdaten und Windparks berechnet wird, wann wie viel Strom zu welchen Preisen produziert wird. Durch eine automatisierte Fertigungssteuerung kann dafür gesorgt werden, dass bei günstigen Strompreisen hochenergieintensive Maschinen besonders gut mit Aufträgenversorgt werden. Wer im Besitz der Daten ist und sie geschickt auszuwerten weiß, hat gewaltigen Einfluss auf Prozesse und ganze Wirtschaftssektoren.

Neues Denken für eine neue Zeit

Durch die Digitalisierung mit ihren weitreichenden Folgen ändert sich auch das Anforderungsprofil von Mitarbeitern grundlegend. Ein Entwickler, der zuvor vor allem durch seine technische Expertise glänzte, muss immer mehr um die Ecke denken. Womit wird das Produkt verbunden? Welche Daten können erhoben werden? Und wie lassen sich diese Informationen im Sinne des Kunden nutzen?

Die Mitarbeiter müssen viel neugieriger sein als früher. Ihr Wissenshunger darf nicht beim Produkt oder bei der Anwendung in einem Geschäftsfeld enden, sondern muss darüber hinaus gehen. Auch die Unternehmen sind dazu aufgefordert, sich zu wandeln. Sie müssen Menschen, die um die Ecke denken, einen Nährboden für ihre Neugier bieten. Viele der besten Ingenieure und Informatiker zieht es heute ins Silicon Valley und nicht zu den Schwergewichten der deutschen Industrie. Dabei sind es weniger die hohen Gehälter, sondern die spezielle Mentalität an der Westküste der USA. Keine Idee ist zu verrückt, keine Vision zu groß. Nirgendwo sonst trifft Pioniergeist auf einen so fruchtbaren Boden.

Aus diesem Grund machen sich derzeit europäische Unternehmen daran, mit Tochtergesellschaften oder einer Präsenz im Valley vertreten zu sein. SAP beispielsweise hat in Palo Alto, gleich neben Hewlett- Packard und Microsoft, eine weitläufige Niederlassung. Nach Herbert Henzler, dem langjährigen deutschen McKinsey-Chef, sind es aber noch viel zu Wenige. Vor allem bei der deutschen Industrie beklagt er die mangelnde Präsenz im Valley und sieht sogar „die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in Gefahr“. Dabei geht es nicht allein um Absatzmärkte. Es geht vor allem darum, den richtigen Geist – den „Spirit“ zu entwickeln, den die digitale Transformation erfordert.

Meine Empfehlung

Wenn Sie auch diesen „Spirit“entwickeln wollen, empfehle ich Ihnen den FIS-Innovationstag 2018, der am 15. – 16. Mai 2018 in Schweinfurt stattfindet.

Der FIS-Innovationstag hat sich zu der Informationsplattform rund um Trends und Entwicklungen im SAP-Umfeld entwickelt. Er liefert praxisnahe und konkrete Impulse für Ihr Geschäft mit einem 360-Grad-Rundumblick auf aktuelle Technologien und IT-Themen sowie Geschäftsprozesse und zeigt Ihnen, wie Sie IhrUnternehmen in Sachen Digitaler Transformation in Führungsposition bringen,um so Navigationsfehler und teure Fehlentscheidungen zu vermeiden. Sie erfahren dort, wie auch Sie zum „digitalen Vorreiter“ werden können.

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