NAVIGATIONSFEHLER UND FEHLENTSCHEIDUNGEN

Die Geschichte kennt seit jeher genügend anschauliche Beispiele dafür, wie oft Menschen Schiffbruch erleiden. Die nicht-indianischen Amerikaner verdanken z. B. ihre Anwesenheit in der neuen Welt einem kolossalen Navigationsfehler, der „Indienfahrt“, Christoph Kolumbus‘ Versuch, den Fernen Osten auf dem Seeweg nach Westen zu erreichen.

Bei der Berechnung der Entfernung passierte ihm ein gewaltiger Fehler: Er verschätzte sich beim Erdumfang und ging davon aus, dass die Reise nach Asien viel kürzer sei. Um ungefähr 10.000 Kilometer hatte er sich verrechnet! Als am 12. Oktober 1492 der lang ersehnte Ruf erklang: „Land in Sicht!“, ahnte er nicht, dass er nicht in Indien gelandet war, sondern in Amerika und damit einen neuen Kontinent entdeckt hatte.

Teure Fehlentscheidungen

Im Laufe der Jahre musste auch so manche Firma einen horrenden Preis dafür zahlen, dass ihreManager falsche Entscheidungen getroffen haben. Die dadurch entstandenen Verluste waren zum Teil mehrere Milliarden Dollar hoch. Im Folgenden habe ich einige berühmte Beispiele aufgelistet, die zeigen, dass ein großer Name keine Garantie für Sicherheit ist.

DaimlerChrysler – 1998 war das Jahr der ersten Großfusion zwischen Deutschland und den USA. Der deutsche Automobilriese Daimler fusionierte mit dem amerikanischen Autobauer Chrysler. 36 Milliarden Dollar kostete das Abenteuer. Aber es lief nicht so, wie geplant. Neun Jahre später trennten sich die beiden wieder. DaimlerChrysler verkaufte 80 Prozent seiner Chrysler-Anteile für 7,4 Milliarden Dollar.

20th Century Fox glaubte nicht an den Erfolg von „Star Wars“ und überließ dem Produzenten George Lucas zahlreiche Rechte an dem Film, unter anderem die Fortsetzungsrechte, die Merchandisingrechte und die Fernsehrechte. Inzwischen werden die wirtschaftlichen Einnahmen mit der„Star-Wars“-Reihe auf rund 20 Milliarden Dollar geschätzt.

Ford ist einer der ältesten Automobilhersteller, trotzdem ist das Unternehmen nicht vor Fehltritten gefeit. 1957 investierte Ford250 Millionen Dollar in den „Edsel“. Er entwickelte sich aber zu einem riesigen Flop. Vor der Veröffentlichung des neuen Models wurden die Erwartungen enorm in die Höhe getrieben. Ein schickes Auto mit modernster Technologie hatten sie versprochen, am Ende mussten die Entwickler aber jede Menge Spott einstecken. Das Design sei nicht zeitgemäß, die Ausstattung zu einfach und die Technologie ohne jede Überraschung. Zwei Jahre später wurde die Produktion des Edsels gestoppt.

AOL erwarb 2001 Time Warner für 164.7 Milliarden Dollar, was sich später aber als kolossaler Fehler entpuppte. Wegen ihres Dotcom-Bezugs und der Skepsis diesen Unternehmen gegenüber befand sich AOL Time Warner in einer Abwärtsspirale. Die beiden trennten sich wieder und ihr Wert wurde auf 1,8 Milliarden bzw. 40 Milliarden Dollar geschätzt. 

Morgan Stanley – Das Hypothekengeschäft steckt voller Risiken. Der frühere Trader von Morgan Stanley, Howie Hubler, musste das am eigenen Leib erfahren, nachdem ihm eine ganze Reihe von Fehlern unterliefen. Letztlich war er verantwortlich für einen Verlust von Morgan Stanley in Höhe von 9 Milliarden Dollar. Damit stand die Bank 2007 kurz vor ihrem Bankrott.

XEROX -In den 1970-er Jahren hatte die amerikanische Firma Xerox bereits einen Computer entwickelt, der sich mit einer Maus steuern ließ und Menüs und Fenster hatte. Damit gingen sie allerdings nie auf den Markt. Etwa zehn Jahre später lud Xerox Steve Jobs und andere Entwickler von Apple in ihr Labor ein, um ihnen ihre fortschrittliche Technologie vorzustellen. Apple ließ sich allerdings nicht nur inspirieren, sondern kopierte die Ideen und präsentierte sie weniger später als ihre eigenen – der Grundstein für den AppleMacintosh.

NASA – Die NASA investierte 125 Millionen Dollar in ihre Marssonde Climate Orbiter. Die Sonde sollte 1999 eigentlich die Marsatmosphäre erkunden. Allerdings führte ein Fehler bei der Umrechnung vom amerikanischen in das metrische System dazu, dass die NASA den Kontakt zur Sonde verlor. Die Cliamte Orbiter stürzte ab.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, und nicht immer lassen sich Fehlentscheidungen ausbügeln, wie einige der Beispiele zeigen. Oft ist es auch so, dass das Vermeiden oder das Aufschieben von Entscheidungen gerade auf Managementebene Unternehmen in gefährliches Fahrwasser bringt. Nicht zu entscheiden bedeutet nämlich nicht, dass die Welt stillsteht und auf uns wartet. Ganz im Gegenteil: Wer nicht selbst entscheidet, für den wird entschieden. So wundert es nicht, dass nur wenige der Top-100-Unternehmen in Deutschland das Potenzial der Digitalen Transformation voll ausschöpfen.

Das McKinsey Global Institute kommt in seiner aktuellen Studie zu dem Schluss: Die deutsche Wirtschaft nutzt nur 10 Prozent ihres digitalen Potenzials und verschenkt dabei 500 Milliarden Euro Potenzial!

Jeder scheint eine andere Sicht auf die Digitale Transformation zu haben. Für einige ist sie gleichbedeutend mit neuen Technologien, und sie setzen auf Entwicklungen wie das Internet der Dinge, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Andere sehen darin eine Möglichkeit, die Effizienz zu steigern und Geschäftsprozesse umzugestalten, um die Markteinführung ihrer Produkte zu beschleunigen. Wieder andere betrachten die Digitale Transformation als Mittel, um sich strategisch von Wettbewerbern abzuheben und die Kunden mit neuen Geschäftsmodellen an sich zu binden. Trotz dieser Vielfalt an Blickwinkeln gibt es immer noch viele Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung und der Umsetzung sinnvoller, innovativ ausgerichteter und marktwirksamer Maßnahmen schwertun.

Eine mit über 3.000 Führungskräften aus 17 Ländern und Regionen durchgeführte Studie zeigt, dass weltweit nur drei Prozent der Unternehmen unternehmensweite Initiativen für eine Digitale Transformation erfolgreich abgeschlossen haben. Und das, obwohl 84 Prozent der leitenden Führungskräfte dies für sehr wichtig halten, um ihr Unternehmen voranzubringen.

Zu diesem Thema hat das SAP Center for Business Insight zusammen mit Oxford Economics eine umfassende globale Studie veröffentlicht, in der die Herausforderungen, Chancen und Wertschöpfungsmöglichkeiten präsentiert und die Technologien beschrieben werden, mit denen die Digitale Transformation vorangetrieben werden kann. In der Studie wurde insbesondere die Leistung der „digitalen Vorreiter“ analysiert. So werden die Unternehmen bezeichnet, denen es besser und schneller gelingt als ihren Wettbewerbern, Menschen, Dinge und Unternehmen miteinander zu verbinden.

Neben der Studie empfehle ich Ihnen das 7. FIS-Forum, das am 07. November 2017 in Würzburg stattfindet. Dort treffen sich leitende Angestellte sowie Mitarbeiter aus den Bereichen IT, Rechnungswesen, Einkauf, Marketing, Vertrieb und Service, um ihr Unternehmen in Sachen Digitaler Transformation in Führungsposition zu bringen, um so Navigationsfehler und teure Fehlentscheidungen zu vermeiden. Sie erfahren dort, wie auch Sie zum „digitalen Vorreiter“ werden können.
Die integrative Vernetzung von inhaltstarken Vorträgen und praxisnahen Impulsen aus verschiedenen Workshops bieten Ihnen einen konkreten Nutzen für Ihr Unternehmen.

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