WARUM SIE IMMER DEN INHALT PRÜFEN SOLLTEN

Einen Teil unseres diesjährigen Sommerurlaubs verbrachten meine Frau und ich in Schottland. Unabhängig davon, dass wir beide noch nicht dort waren, erschien uns die Idee, die Ferien auf den Britischen Inseln zu verbringen, auch in anderer Hinsicht sehr verlockend. Lag der Vorteil, sich nach dem verregneten deutschen Sommer nicht umstellen zu müssen, nicht klar auf der Hand?

Als wir einer guten Freundin von unseren Urlaubsplänen berichteten, bat sie uns darum, ihr eine schottische Spezialität namens Shortbread* mitzubringen.

„Aber bitte nicht das von Walkers“, gab sie uns mit auf den Weg. „Das kann ich auch hier im Supermarkt kaufen.“

*Shortbread ist ein schottisches süßes Mürbeteiggebäck. Das klassische Rezept besteht aus einem Teil Zucker, zwei Teilen Butter und drei Teilen Mehl.

Typische Landesküche – Fish and Chips

In Inverness angekommen, kehrten wir zunächst in einen der zahlreichen Pubs ein, um uns erstmal eine Portion Fish and Chips und ein gut temperiertes Guinness zu gönnen. Zu unserem Bedauern mussten wir feststellen, dass leider auch in die dortige Küche die Verarbeitung von Convenience-Produkten Einzug gehalten hat. Das als Fisch deklarierte Etwas auf dem Teller ähnelte eher einem in Fett gebackenen Croissant als einem filetierten Fischfilet. Und – es schmeckte auch so!

So gestärkt machten wir uns auf den Weg in die belebte Fußgängerzone, in der sich ein Souvenirshop an den nächsten reiht. Doch da mussten wir durch! Wir waren ja schließlich nicht nur zu unserem Vergnügen hier, sondern hatten einen Kaufauftrag zu erledigen. Nachdem wir uns in einigen Shops umgesehen hatten, wurde ich endlich fündig und kaufte zwei Packungen Shortbread – eine für unsere Freundin und eine für uns. Ich war schon auf dem Weg zur Kasse, als meiner Frau einfiel, dass sie noch ganz gut einen Schal gebrauchen könnte. Der Einkauf des letzten Schals lag immerhin schon mehr als zwei Monate zurück. Dummerweise waren die Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich des Sortiments sehr groß, und entsprechend lang fiel die Probierphase aus. Nachdem die Wollschals mit dem typischen Schottenmuster aus dem Rennen waren, wurde das Regal mit den Kaschmirschals – unter dem strengen Blick eines mit Kilt bekleideten Verkäufers – von oben nach unten geräumt. Mit der Sicherheit einer geübten „Profi-Shopperin“ fingerte meine Frau einen roten Kaschmirschal aus dem vor ihr liegenden Stapel und sagte: „Das ist er!“

Shopping in Inverness

Als sie den Schal am Abend auspackte, hielt ihreFreude nicht lange an. Mit einer eleganten Bewegung warf sie das neu erworbene Stück über ihre Schulter und betrachtete sich im Wandspiegel, um mir dann mit ernstem Blick die Frage zu stellen: „Fällt dir gar nichts auf?“

Oh ja, ich kenne diesen Blick und diese Frage und wusste gleich, dass irgendetwas nicht stimmte. Aber was? Noch während ich darüber nachdachte und nach einer geschickten Antwort suchte, sagte sie: „Der ist doch viel zu kurz! Findest du nicht auch …?“

Bei näherer Betrachtung musste ich ihr zustimmen. Sie hatte einen Schal gekauft, der lediglich 150 cm lang und 30 cm breit war. In Anbetracht der Tatsache, dass ein solcher Schal üblicherweise wenigstens 180 cm lang und 50 – 60 cm breit ist, konnte man das neu erworbene Kleidungsstück wahrlich nicht als Schnäppchen bezeichnen, zumal sie 49 britische Pfund, also gut und gerne 54,- Euro, dafür bezahlt hatte.

Und so haben wir neben Shortbread auch Shortscarf, also einen kurzen Schal, erworben.

Wie konnte das jemandem passieren, der über Jahrzehntelange Erfahrung im Shoppen verfügt und nach zirka 1.000 Folgen „Shopping Queen“ eigentlich alles über den Bekleidungseinkauf weiß?

Was war passiert?

Der Sozialpsychologe spricht hier von der kognitiven Dissonanz, einem als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der immer dann entsteht, wenn man eine Entscheidung getroffen hat, die sich anschließend als Fehlentscheidung erweist. Das Gefühl kennt wohl jeder von uns.

Derartige Zustände erzeugen innere Spannungen, dien ach Überwindung drängen. Neben der Enttäuschung wegen einer Fehlinvestition war es wohl auch der Ärger darüber, auf einen billigen Trick hereingefallen zu sein. Denn neben dem Regal mit den Schals, die alle zusammengefaltet mit einer durchsichtigen Klarsichthülle verpackt waren, hing ein Schal, der ungefähr 180 bis 200 cm lang war. Ein ziemlich mieser Trick! Als Kunde geht man davon aus, dass die Schals im Regal daneben ebenfalls so lang sind.

Leider gab es in diesem Fall kein Happy End. Da wir am nächsten Tag weiterreisten, war ein Umtausch nicht möglich. Doch ein Schuldiger wurde nach reiflicher Überlegung auch gefunden.

„Hättest du im Laden nicht so gedrängt, wäre das ganzsicher nicht passiert!“

Sie wissen, wer damit gemeint ist, oder?

Der Schal lagert derzeit originalverpackt im Kleiderschrank meiner Frau, wird aber wohl in Kürze im Second Hand Shop ihres Vertrauens landen. Vielleicht findet sich ja eine Kundin, die einen Kinderschal oder einen Pulswärmer sucht … Das Positive an der Geschichte ist, dass man daraus lernen kann. Deshalb lautet mein heutiges Fazit:

„Machen Sie vor der Kaufentscheidung immer die Verpackung auf und überzeugen Sie sich von der Qualität des Inhalts.“

Das Gleiche gilt natürlich auch für Ihr Unternehmen. Wenn Sie Sicherheit suchen, die nächsten notwendigen Entscheidungen zu treffen, ohne unnötige Risiken einzugehen, empfehle ich Ihnenden FIS-Innovationstag 2018, der am 15. – 16. Mai 2018 in Schweinfurt stattfindet.

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