ALLE 11 MINUTEN SCHEITERT EIN UNTERNEHMEN AN DER DIGITALISIERUNG!

Foto by Raimund Simons

Als ich diese Werbung vor einigen Tagen in Hamburg las, musste ich laut lachen und ließ dabei fast das Lenkrad meines Wagens los. Vermutlich denken Sie im ersten Ausgenblick genau wie ich: „So schlimm wird‘s schon nicht sein.“

Ich habe den markigen Text zum Anlass genommen, mir die Situation etwas genauer anzusehen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass das, was zunächst wie ein provozierender Satz eines cleveren Werbetexters klingt, den Nagel auf den Kopf trifft. Und – es ist noch viel schlimmer!

Dabei verfügen gerade die etablierten Unternehmen über Erfahrung, Kapital und zahlreiche Mitarbeiter. Man sollte meinen, dass gerade diese Unternehmen gut aufgestellt sind, um die digitale Transformation zu meistern. Und doch ist es so, dass innovative und revolutionäre Ideen meist von unbekannten Startups stammen. Manchmal ist es auch so, dass gute Ideen nicht mit der notwendigen Konsequenz weiterverfolgt werden. So hatte zum Beispiel Kodak bereits 1975 die digitale Kamera entwickelt, aber nicht auf diese Technologie gesetzt und 2012 Insolvenz beantragt. Und das ist nur ein Beispiel.

Aber woran liegt es, dass etablierte Unternehmen an der Digitalisierung scheitern und immer häufiger von Startups verdrängt werden? Und warum fällt den etablierten Konzernen Innovation so schwer?

9 von 10 Startups scheitern!

CB Insights, eine auf Startups spezialisierte Datenbank, hat analysiert, das 9 von 10 Startups innerhalb der ersten 20 Monate scheitern. Doch oft gehen die neuen Unternehmen gestärkt aus dieser Situation hervor und entwickeln neue Ideen, die dann zu einem großen, weltweiten Erfolg führen. Auch etablierte Unternehmen sind nicht vor Misserfolgen sicher. Doch gerade diese tun sich vor allem mit dem Thema der digitalen Transformation oft schwer.

Wer neue und innovative Produkte entwickeln will, muss auch Risiken eingehen. Während Startups bei der Entwicklung nur gewinnen können, befinden sich erfolgreiche Unternehmen immer in der Gefahr, ihren Ruf zu zerstören oder die Position ihrer eigenen Produkte zu schwächen. So hatte Blackberry bereits vor Apple ein Smartphone und HP einen E-Reader vor dem Amazon Kindle entwickelt, jedoch nicht auf diese Erfindungen gesetzt, da der damalige Markt nicht genug Gewinn versprach. Zudem macht Erfolg meist träge, selbstzufrieden und arrogant. Kaum jemand rechnet damit von einem kleinen Unternehmen mit nur einer Handvoll Mitarbeitern vom Markt verdrängt zu werden. Dabei passiert das immer häufiger.

Welche Mitbewerber fürchten Mercedes, BMW, VW und Co. am meisten?

Tesla, ­Google, Apple und andere bereiten den Konzernlenkern wohl die meisten schlaflosen Nächte. Der kommende Wettbewerb im Automobilbereich wird nicht im Bereich PS und Design stattfinden. Es werden jene Unternehmen gewinnen, welche die digitale Kommunikationsschnittstelle mit dem Fahrer, die Navigation, die Daten im Auto, die Softwarestandards, das autonome Fahren und die Bereitstellung flexibler Nutzungsmodelle dominieren. Und das sind derzeit definitiv nicht die etablierten Automobilhersteller.

Nicht nur in der Automobilbranche zittern die Mächtigen vor den unwägbaren Umwälzungen durch die Digitalisierung. Aber für jene relaxten Geschäftsführer, die ihr iPhone immer noch nur zum Telefonieren nutzen, wird die Digitalisierung einen abrupten Ruck bereithalten. Das ist der Tag, an dem sie ihren Job verlieren. Fest steht: Keine Branche ist vor der digitalen Transformation sicher!

„Große“ Verlierer

Quelle

1957 hat Quelle seinen Misserfolg durch eine Innovation verhindert. Man ließ eine leistungsfähigere Versandanlage bauen und hatte damit die modernste Paketfabrik der Welt, in der die Versanddaten erstmalig elektronisch verarbeitet wurden. Damit konnte das Unternehmen von Gustav Schickedanz 100.000 Pakete pro Tag verschicken. Selbst als 1994 das Startup Amazon begann, seine Waren über das Internet zu verkaufen, war Quelle nicht wirklich besorgt. Und das obwohl das amerikanische Unternehmen deutlich billigere Preise anbieten konnte, da die Waren über Zwischenhändler vertrieben und so die Lieferkosten gespart werden konnten. Das Fürther Warenhaus Quelle versuchte zwar in späteren Jahren den Online Anstieg, musste sich 2009 aber geschlagen geben. Das etablierte Unternehmen scheiterte an der Digitalisierung.

Nokia

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den markanten Nokia-Klingelton, der vor einigen Jahren überall zu hören war. Viele wagten den Einstieg in die Welt des Mobilfunks mit den Handies des finnischen Herstellers. 1998 verdrängte Nokia sogar den Mobiltelefon-Erfinder Motorola vom Markt. Vor elf Jahren, im Jahr 2006, beherrschte der finnische Konzern sogar noch den Smartphone-Marktmit einem Anteil von mehr als 50 Prozent! Doch nur ein Jahr später erschien das iPhone und der Erfolg von Nokia ließ immer weiter nach, bis die Smartphone-Sparte an Microsoft verkauft wurde und sich das Unternehmen 2013 sogar verpflichtete, keine Smartphones mehr herzustellen. Somit war auch Nokia an der Digitalisierung gescheitert.

Kodak

131 Jahre hielt sich das Unternehmen auf dem weltweiten Markt! 1888 kam die erste Kodak-Kamera auf den Markt und nur zwei Jahre später wurde das Fotografieren massentauglich. Für nur einen US-Dollar konnte sich jeder Hobbyfotograf eine Kamera von Kodak zulegen. Auch den ersten Farbfilm für Hobbyfotografen brachte Kodak auf den Markt. Kodak-Angestellter Steven Sasson erfand 1975 sogar die erste digitale Kamera der Geschichte, setzt jedoch nicht weiter auf diese Technologie.

1986 verlor Kodak einen Rechtsstreit um die Sofortbildkamera gegen Polaroid und damit wurde der Untergang – oder zumindest der Wendepunkt – in der Erfolgsgeschichte eingeläutet. Der Rechtstreit führte zu einem Imageverlust und zu einer Geldstrafe in Milliardenhöhe. 2011 schrieb der einstige Pionier einen Verlust von mehr als 230 Millionen US-Dollar und meldete nur ein Jahr später Insolvenz an. Verschwunden waren die Kodak-Filme, die immer vorne an der Kasse auslagen – ausgetauscht durch SD Karten für digitale Kameras. Und selbst diese verschwinden aus den Regalen, da nunmehr fast jeder mit seinem Smartphone fotografiert.

Stehen nun alle etablierten Unternehmen vor dem Aus?

Prof. Dr. Tobias Kollmann, Experte für E-Business und E-Entrepreneurship,  ist der Meinung, dass „jeder, der sich nicht mit dem Thema Digitalisierung befasst, untergehen wird. Wer in Zukunft nicht digital mitspielt, wird eben gar nicht mehr mitspielen.“

Dennoch können Unternehmen ihr Überleben sichern, indem sie mit jungen Unternehmen zusammenarbeiten, denn davon profitieren beide Seiten. Ein positives Beispiel bildet die Otto Group, die seit 2008 mit der Tochterfirma eVentureCapital Partners in Startups investiert.

Seien auch Sie dabei und werden Sie disruptiv!

Am 07. November 2017 kommen leitende Angestellte sowie Mitarbeiter aus dem IT-Bereich, Rechnungswesen, Einkauf, Marketing, Vertrieb und Service in Würzburg zusammen, um ihre Unternehmen in Sachen SAP-Prozessoptimierung und Digitalisierung beim 7. FIS-Forum in Führungsposition zu bringen. Eine gute Gelegenheit mit Experten zu diskutieren. Nutzen Sie gemeinsam mit uns die Gelegenheit, einen 360-Grad-Blick auf Ihre Unternehmensprozesse zu werfen.

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