PASTA AUS DEM DRUCKER?

Man sagt den Italienern nach, dass sie sich gerne über die „Todsünden“ der Ausländer beim Pasta-Essen lustig machen. Paolo Barilla, Vize-Chef des weltweit größten Pasta-Herstellers, kennt das Nudel-ABC im Schlaf. Fragt man ihn nach seiner Lieblingsspeise, fühlt man sich an ein kleines Kind erinnert: „Nudeln mit Tomatensoße“, lautet die Antwort. Zusammen mit seinen zwei Brüdern Luca und Guido führt er in vierter Generation den weltweit größten Pasta-Hersteller Barilla.

Heute experimentiert Barilla mit hauseigenen Restaurants – darunter drei in New York und zwei in Dubai – und auch mit 3-Druckern, aus denen man sich die gewünschte Nudelform mit den passenden Zutaten selbst ausdrucken kann. Ja, Sie haben richtig gelesen – Pasta aus dem 3D-Drucker! Nach dem Pasta-Designwettbewerb „PrintEat“ stellte Barilla bereits 2014 offiziell den Prototypen seines Nudel-3D-Druckers auf der Fachmesse der Nahrungsmittelbranche, CIBUS 2016, in Parma vor.

Der 3D-Drucker wurde in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Forschungsinstitut TNO aus Eindhoven über die vergangenen fünf Jahre entwickelt und arbeitet mit Teigpatronen, die aus einer Mischung von Hartweizenmehl und Wasser gefüllt sind. Damit lassen sich vier individuelle Nudelformen innerhalb von zwei Minuten herstellen, die mit konventionellen Produktionsverfahren nicht realisiert werden können.

„Es ist ein Zukunftsszenario, das wir noch weiter auskundschaften müssen“, sagt Paolo Barilla. Denn Kosten und technische Fragen seien immer noch ein Problem. Vor allem weil das Unternehmen Waren für den Massenmarkt anbietet. Auf den Nudeldrucker für die ultimativ individuellen Spaghetti muss man also noch ein wenig warten.

Laut Fabrizio Cassotta, Manager für Innovationen, Fertiggerichte und Smart Food bei Barilla, soll das Gerät zukünftig nicht nur für Restaurants, sondern auch für Heimanwender interessant sein: „We are considering the future scenarios of use, probably at home, since the 3D printers used for plastic and metals cost in their compact format around €1.500.”

Dass nicht nur die Optik sondern auch der Geschmack sowie die Konsistenz der 3D-gedruckten Nudeln stimmt, bestätigt Marecello Zaccaria, Koch der Barilla-Akademie: „3Dpasta is of excellent quality, fast to cook but also ’al dente.”

Wann und zu welchem Preis der Pasta 3D-Drucker von Barilla auf den Markt kommt, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Begriffserklärung und Entwicklung

Als Lebensmitteldrucker werden Drucker bezeichnet, die anstatt Tintenpatronen (Tintenstahldrucker) oder Plastik (3D-Drucker) Druckerpatronen gefüllt mit Lebensmitteln verwenden.

Was können Lebensmitteldrucker?

Lebensmitteldrucker befinden sich – wie oben beschrieben – noch in der Entwicklung. Die NASA hatte mit der Entwicklung dieser Geräte begonnen und treibt auch in anderen Bereichendie 3D-Drucktechnologie entscheidend voran. Seitdem entwickeln Firmen weltweit eigene Lebensmitteldrucker. Mediale Aufmerksamkeit erlangte dabei der 3D-Pizzadrucker,mit dem es möglich ist eine Pizza vollständig zu erstellen und zu backen.

Darüber hinaus gibt es bereits: Schokoladendrucker, Früchtedrucker, Pfannkuchendrucker und Zuckerdrucker.

Forscher des MIT haben ein Verfahren entwickelt, bei dem mit einem 3D-Drucker hergestellte Lebensmittel nach dem Zuführen von Wasser ihre Form verändern. Die Forscher versprechen sich von ihren Ergebnissen eine Optimierung der Lager-, Liefer- und Verpackungskosten.

Die Columbia University in New York arbeitet ebenfalls an einer Methode, mit der Lebensmittel per 3D-Drucker hergestellt werden können, die auf den ersten Blick nicht wie Essen aussehen sollen. Professor Hod Lipson, ein Experte für Robotertechnik, hat einen Drucker entwickelt, der in einer ganz normalen Küche verwendet werden kann. Wie Lipson erzählt, würden wir noch immer „wie Höhlenmenschen“ mit „primitiven Werkzeugen und auf offener Flamme“ kochen. Wenn die3D-Drucktechnologie die Küche erobern sollte, dann könnte dies nach seiner Einschätzung eine Revolution auslösen. Klingt zunächst reißerisch, doch die Columbia University zählt nicht zu den schlechtesten Forschungseinrichtungen in den USA.

Zukunftsszenario

Wie diese Beispiele zeigen, wird der 3D-Druck die Art undWeise, wie wir unser Essen einkaufen und zubereiten, dramatisch verändern. Doch die Auswirkungen dieser Technologie sind viel weitreichender und tiefgreifender, als das auf den ersten Blick erscheint. Der gesamte Fluss von Rohstoffen entlang der Wertschöpfungs- und Lieferkette (Supply Chain) bis hin zum Endkunden wird sich verändern. Der Lebensmitteleinzelhandel, die Hersteller von Küchengeräten (Elektroherde, Kühlschränke etc.) und der Elektrofachhandel sehen sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert und müssen ihre Geschäftsmodelle und die „klassischen“ Vertriebswege überdenken.

Der Organisations- und Unternehmensberater Dr. Christian Kapteyn meint dazu: „[…] Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie in der Lage sind auf interne und externe Einflüsse in einer Weise zu reagieren, die es ermöglicht, die Ziele des Unternehmens (und diese müssen nicht unbedingt ausschließlich Profitabilität sein) nachhaltig erreichbar zu halten. […]“

Beispiel Nespresso

Ein gutes Beispiel hierfür ist  Nespresso, ein Kaffeevertriebssystem der Firma Nestlé. Die Firma verkaufte ab 1938 zunächst einen löslichen Kaffee namens Nescafé und änderte ihre Roadmap bereits 1986 in Richtung des Nespresso-Vertriebs. An dem Business Model von Nespresso fällt auf, dass das Unternehmen auf einen zweigleisigen Vertriebumgestellt hat. Über den ersten Kanal werden die Nespresso-Maschinen vermarktet, über den zweiten Kanal die Kapseln. Betrachtet man zunächst die Maschinen, sieht man, dass diese eine einmalige Anschaffung der Haushalte darstellen und Nestlé an ihnen relativ wenig verdient. Der Vertrieb der Maschinen erfolgt über den Einzelhandel und die meisten Ausgaben entstehen dem Unternehmen durch das Marketing und Branding des Produkts. Hergestellt werden die Maschinen von einem Maschinenbauer. Bis Anfang des Jahres 2015 hatte Nestlé ein Patent, das dafür sorgte, dass nur Original Nespresso-Kapseln in die Maschinen passten. Mit diesem Wettbewerbsvorteil wurde das Geschäftsmodell zu einem großen Erfolg. Bis vor einiger Zeit lief der Kapselvertrieb ausschließlich über Nespresso. Bestellungen konnten nur per Mail, Nespresso-Call-Center, der Website Nespresso.comoder in den Nespresso-Läden aufgegeben werden. Omnichannel par excellence!

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Kundengewinnung mit Hilfe des „Lock-In Prinzips“

Das gesamte Geschäftsmodell basiert auf dem „Lock-In Prinzip“. Sobald der Kunde im Einzelhandel eine Nespresso-Maschine erworben hatte, konnte er bis vor kurzem die Kapseln nur bei der Firma selbst für einen im Marktvergleich sehr hohen Preis kaufen. Die Inkompatibilität der Kapseln von anderen Marken „zwangen“ den Kunden sozusagen weiterhin ausschließlich Nespresso zu kaufen. Da der Kapselmarkt eine äußerst hohe Gewinnspanne hat, war und ist das Geschäft mit dem Kaffee in Kapseln für das Unternehmen sehr lukrativ und wird nur von dem Verlust des Patents getrübt.

Fazit

Dieses Beispiel zeigt ganz klar, dass es für Unternehmen wichtig ist sich nicht auf Erfolgenauszuruhen. Der Mobilitätsforscher Stephan Rammler wurde vom Rotary Magazin zum Thema „Die Industrie muss alternative Geschäftsmodelle entwickeln“ interviewt.

„Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ lautete die Sparkassenwerbung von 1998 und spielte damit auf die Bedeutung von Statussymbolen an. Für Stephan Rammler sind diese Zeiten längst vorbei. Unsere Unternehmen „laufen auf ein großes Risiko, wenn nicht entsprechend gehandelt wird“.

Sein Ratschlag besteht darin, „diese wahnsinnigen Gewinne, die im Moment abgegriffen werden, zu nutzen, um alternative Geschäftsmodelle zu entwickeln“ und das nehmen sich Unternehmen, die auch inZukunft noch erfolgreich sein wollen sicherlich zu Herzen.

Ich habe diese Beispiele gewählt, weil sie zeigen, welchen Einfluss bereits heute das Internet of Things (IoT) auf jeden Bereich unseres täglichen Lebens hat und wie wichtig es auch für Ihr Unternehmen ist, Ihre eigene„Vision“ zu entwickeln. Nestlé hat gezeigt wie es geht, Barilla ist dabei seine Vision umzusetzen.

FIS und Medienwerft

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