7 GOLDENE REGELN FÜR DIE DIGITALE TRANSFORMATION?

Jüngst las ich einen Artikel, in dem die Elektrobranche vor einem Rückstand bei Innovationen in Deutschland warnt. Laut einer Umfrage wollen die Mitglieder des Verbands VDE, dass Breitband und Mobilfunk flächendeckend ausgebaut werden, eine Bildungsoffensive und eine IT-Sicherheits-Offensive angestoßen werden, damit Deutschland international nich tabgehängt wird.

Um den bereits entstandenen Rückstand aufzuholen, bedürfe es eines flächendeckenden Ausbaus der Breitband- und Mobilfunk-Infrastruktur etwa für den Kommunikationsstandard 5G sowie einer Bildungs- und IT-Sicherheits-Offensive. Immerhin sei mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) bereits Opfer von Cyber-Attacken geworden. Dabei seien große Unternehmen (71 Prozent) und Hochschulen (68 Prozent) überdurchschnittlich oft Ziele solcher Angriffe aus dem Netz gewesen. Diese zielten vor allem auf die Forschung und Entwicklung.

64 Prozent der Unternehmen gingen davon aus, dass bis 2025 die erste heiße Phase des digitalen Wandels in Deutschland beendet sein wird.

EINSPRUCH!

Bereits in meinem Post vom 6.01.2017 „Draußen nur Kännchen!“ habe ich darauf hingewiesen, dass genau das der falsche Ansatz ist, weil die Digitalisierung keinen Rollout-Termin hat. Viele Manager – offensichtlich auch die befragten – verwechseln Digitalisierung mit der Umstellung auf eine neue Software und schätzen: 2025 sind wir damit durch. Doch das wird nicht der Fall sein! Digitalisierung lässt sich nicht einfach in ein Projekt stopfen, in Milestones unterteilen und dann Stück für Stück abarbeiten. Daran wird auch der Ausbau der Breitband- und Mobilfunk-Infrastruktur nichts ändern. Auf den Punktge bracht heißt das: Viele Unternehmen haben selbst den Sinn der SAP-Einführung nicht richtig verstanden. Die ist nämlich auch nicht dazu gedacht, einfach die bestehenden Prozesse und Geschäftsmodelle in eine neuartige Software aus Walldorf zu pressen und danach so weiterzumachen wie bisher.

Und genau dieser falsche Denkansatz lässt sich auch aus den Aussagen der VDE-Umfrage zur Digitalisierung erneut herauslesen: Es wirkt so, als wollten die Unternehmen „die Digitalisierung einführen“ und danach zur Tagesordnung übergehen.

Zur Erinnerung: Seit Ende des 20. Jahrhunderts hat die 4. industrielle Revolution begonnen. Hier liegt der Fokus auf der zunehmenden Digitalisierung früherer analoger Techniken und der Integration cyber-physischer Systeme. Statt „auf Lager“ vorzuproduzieren, erfolgt die Herstellung vieler Produkte auf Nachfrage oder nach dem tatsächlichen Bedarf. Da die Fertigung noch schneller vonstatten geht, werden weitere Ressourcen und Abfälle gespart.

Industrie 4.0 lautet der Begriff für die moderne Technologie und Produktion im Zeitalter der digitalen Revolution. Damit wird nicht nur die industrielle Entwicklung weiterer Technologien beschrieben, wie schon in den vergangenen zwei Jahrhunderten, sondern auch die geänderte Produktions- und Arbeitswelt im globalen Zeitalter.

Die „Informatisierung“ nimmt in der Industrie 4.0 konkretere Formen an. Klassische Industriezweige, wie die Baubranche, werden weiter digitalisiert und neue Kommunikationsformen geschaffen – selbst Gebrauchsgegenstände und Verpackungen sind durch Strichcodes ans Internet angeschlossen.

Auch auf Trends, Geschmäcker und die Bedürfnisse des Absatzmarktes kann die Industrie 4.0 schneller und exakter reagieren. Eine größere Bandbreite an Modellen und Produktausführungen wird ebenso schnell hergestellt wie auf die rapiden Entwicklungen des Marktes reagiert. Und neue, digitale Fabrikenproduzieren bei Bedarf bezahlbare Einzelstücke ohne Einbußen.

FAZIT

Wir stecken mitten in einer der größten Veränderungen der Menschheit. Das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 sind heute noch Schlagworte, mit denen viele nichts anfangen können. Doch Tatsache ist, dass kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Die digitale Transformation hat mittlerweile alle Branchen erfasst. In den nächsten Jahren werden wir uns intensiv mit Themen wie 3D-Druckern, Drohnen und Robotern, selbstfahrenden Autos, Wearables, Augmented und Virtual Reality, Funkchips, Voice Recognition, Big Data und Artificial Intelligence auseinandersetzen müssen. Wohin die Reise geht, kann heute niemand beantworten.

Doch bei alledem sollten wir nicht vergessen, dass die digitale Transformation nur gelingen kann, wenn sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Er oder sie ist die größte Hürde und gleichzeitig die größte Chance in diesem Prozess. Und das in zweifacher Hinsicht: Zum einen müssen Unternehmen verstehen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Bedürfnisse und das Verhalten der eigenen Kunden und zukünftiger Zielgruppen hat. Nur so lassen sich digitale Angebote, Plattformen und Kommunikation entwickeln, die relevant für aktuelle und zukünftige Nutzer sind und damit Aussicht auf Erfolg haben. Und zweitens haben Veränderungsprojekte nur dann eine Chance auf Nachhaltigkeit, wenn die eigenen Mitarbeiter die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Unternehmen und die Branche verstehen und die entsprechend notwendigen Veränderungen mittragen.
Lesen Sie dazu das Interview mit Michael Kraus, Referent im Kontokorrentbereich der AUDI AG, das Helge Sanden, Chefredakteur des IT-Onlinemagazins, führte:

Connected Group Accounting – Die Zukunft der Finanzen?

Wer braucht 7 goldene Regeln?

Viele Beratungsunternehmen arbeiten nach dem Prinzip, jeden auch noch so komplizierten Prozess in eine Schablone zu pressen. Schon im Vorfeld wird den interessierten Entscheidern des jeweiligen Unternehmens vermittelt, man habe das notwendige Werkzeug und verfüge über die Erfahrung, nach dem „Best-Practice-Ansatz“ ein erfolgreiches Digitalisierungsprojekt umzusetzen. Da ist von „5 Schritten zur digitalen Transformation“, der „6-Schritt-Methode“ oder von „7 goldenen Regeln“ für die digitale Transformation die Rede. Dahinter steckt meistens der Wunsch des Interessenten, bis zu einem gewissen Grad vorhersehen zu können, wie sich die projektbedingten Veränderungen auf die Prozesse im Unternehmen auswirken werden und wann der ROI erreicht wird. Nicht gezählt sind die Empfehlungen, White Paper und Anleitungen, die digitale Transformation zu meistern. Doch letztlich beruhen viele dieser „Methoden“ und „holistischen Modelle“ auf alt Hergebrachtem und dem eigenen Bedürfnis, sich an einem Leitfaden festzuhalten. Dabei will ich gar nicht in Abrede stellen, dass dahinter ehrenwerte Absichten liegen.

Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt!

Es gibt leider keine fertigen Blaupausen, die Unternehmen im Sinne von Best-Practice-Ansätzen einfach implementieren könnten, um den geplanten Nutzenschnell zu erreichen. Ganz im Gegenteil: Jede Branche und Zielgruppe reagiert unterschiedlich auf die Digitalisierung des Leistungsangebotes und der Kundeninteraktion. Daher sind Kreativität, Experimentierfreudigkeit und Risikobereitschaft gefragt, um die eingetreten Pfade zu verlassen und komplett neue Wege zu gehen. Das macht die digitale Transformation für Unternehmen zu einer großen Herausforderung, bei der wir Sie gerne unterstützen.

Ob Rechnungswesen, Finanzen, Controlling, Vertrieb, Marketing, Service, Lager und Logistik, Einkauf, Beschaffung oder Personalwesen: FIS beschleunigt Ihre Geschäftsprozesse durch spezielle Optimierungen, die Ihr Tagesgeschäft entlasten und die Digitalisierung Ihres Betriebes vorantreiben.  

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