PEINLICHE IT-IRRTÜMER

Peinliche IT-Irrtümer und was wir daraus lernen können

Das Internet ist nur eine Spielwiese! E-Mails sind unverkäuflich! Laptops sind unnütz! YouTube wird ein Reinfall! Kennen Sie diese Einschätzungen und wissen Sie von wem sie stammen? Falls nicht, wird Sie die Antwort überraschen.

Blauäugigkeit begleitete von jeher selbst die findigsten Köpfe der Kommunikationstechnologie. 1943 glaubte der mythenumwobene IBM-Präsident Thomas J. Watson, „[…] dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt […]“. Dabei wuchs der Bedarf an Großrechnern ständig.

1979 hielt der Chef der kanadischen Computerfirma Sharp E-Mails für „[…] ein total unverkäufliches Produkt […]“.

Der frühere Philips-Chef Jan Timmer fragte 1982 allen Ernstes: „Wer braucht eigentlich diese Silberscheibe?“ und meinte die Compact Disc.

Sogar der recht marktsichere Apple-Gründer Steve Jobs hat sich mal geirrt. Über Laptops sagte er 1985 in einem „Playboy“-Interview: „Für den Durchschnittsnutzer sind diese Geräte unnütz, und es gibt auch kaum Software dafür.“

Microsoft-Kollege Bill Gates lag nicht weniger falsch, als er das Internet 1995 „nur einen Hype“ nannte, „damit verdient man niemals Geld.“

Das Internet sei „nur eine Spielwiese für Computerfreaks“, assistierte der ehemalige Telekom-Chef Ron Sommer 1992.

„YouTube wird ein Reinfall“, glaubte Steve Chen, Mitbegründer des Videoportals. „Es gibt einfach nicht so viele Videos, die ich anschauen möchte.“

Doch Milliarden YouTube-Fans möchten.

Falsche Einschätzungen und Fehlentscheidungen waren und sind so häufig, dass sie gar nicht mehr auffallen. Doch es hat sich gezeigt, dass auch die aufgeführten Beispiele nicht den Erfolg der Unternehmen aufhalten konnten. Einzelne Irrtümer werden schnell vergessen – aber in geballter Form machen sie doch nachdenklich. Man wird skeptisch gegenüber all den Expertenwahrheiten. Was ein Experte sagt, muss nicht unbedingt richtig sein. Wir sollten nicht sogutgläubig sein. Oder?

Durch die digitale Transformation ist vor allem der Handel Veränderungen ausgesetzt. Vielen Händlern ist die Bedeutung des Online-Shops leider noch immer nicht bewusst. Viele wissen nicht genau, wie der Online-Handel wirklich funktioniert. Daher sind einige Irrtümer über den E-Commerce im Umlauf, die ich hier aufdecken möchte.

Die sieben grössten Irrtümer im E-Commerce

1.    E-Commerce lohnt sich doch gar nicht

Die Entwicklungen zeigen, dass die Nutzung von Online-Shops auch weiterhin steigen wird.  E-Commerce wird von den Kundenwünschen geprägt. Für den Erfolg muss der Händler seinen Kunden dort abholen, wo dieser den Kontakt sucht. Vor allem die vermehrte Nutzung von Mobile Devices steigert die Kaufrate in Online-Shops. Demnach sollte auch der Auftritt mobil optimiert sein, bzw.eine Shopping-App angeboten werden. Zurzeit sind noch 50 Prozent aller Internet-Shops nicht für die mobile Ansicht optimiert!

2.    Online ergänzt bloß den StationärenHandel

Dass Online nur eine Ergänzung des Offline-Angebots ist, kann nicht belegt werden. Das Wachstum im E-Commerce Bereich wird in den nächsten Jahren nicht nachlassen. Einige Händler glauben, dass es ausreicht, online nur einen Teil des eigentlichen Sortiments, das der Kunde stationär erhält, anzubieten. Der Käufer erwartet heutzutage online aber ein ebenso breites Angebot, wie offline – wenn nicht sogar mehr. Häufig wenden sich Händler mit dem Argument “Offline ist der Lead Channel” von der Bedeutung des  E-Commerce ab. Jeder Vertriebskanal ist von Bedeutung. Daher ist es wichtig, die Kanäle sinnvoll miteinander zu verknüpfen. So ist man für den Kunden immer präsent und steht in den Suchmaschinen in unterschiedlichen Kanälen immer im Vordergrund.

3.    Für den E-Commerce Erfolg sindInvestitionen nicht unbedingt notwendig

Jede zielgerichtete und gut geplante Investition wirkt sich positiv auf das Geschäft aus. Dies lässt sich mit dem ROI belegen. Dabei ist es wichtig, seine eigenen Ziele, Stärken und Schwächen, aber auch die USPs (Unique Selling Points) und die Anforderungen der Kunden und Nutzer zu kennen. Systeme sollten so auf- und ausgebaut werden, dass sie die bestmögliche Funktionalität leisten. Stationäre Händler haben bisher nur selten erkannt, wie wichtig es ist, in die eigenen eShop-Systeme zu investieren. Eine Umstrukturierung der Vorgehensweise sowie die Erweiterung der Logistik sind wichtig, um für die Kunden relevant zu sein. Die Orientierung an Größen wie OTTO und Ähnlichen kann hilfreich sein.

4.    Outsourcing ist doch viel einfacher

Nicht, wenn man auf den falschen Dienstleister setzt. Bei vielen externen Angeboten werden stumpf die falschen Leistungen erfüllt und die Sicht der Kunden außer Acht gelassen. Nur wer einen Partner mit Know-how und Erfahrung an der Seite hat, wird erfolgreich sein. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit einer Full-Service-Internetagentur hat positiven Einfluss auf die CustomerExperience. Wichtig ist, dass Dienstleister und Unternehmen ein gemeinsames Ziel verfolgen.

5.    Nur Online-Wachstum ist von Bedeutung

Die Vernetzung von Online- und Offline-Angeboten ist der entscheidende Faktor für die Umsatzsteigerung. Damit die Absatzzahlen konstant steigen und beibehalten werden können, müssen neue Herangehensweisen erarbeitet werden sowie Ideen, wie sich der Offline- und Online-Handel miteinander vereinbaren lassen. Letztendlich stehen Ihre Umsätze im Vordergrund und nicht der Kana über den sie erzielt wurden.

6.    Innovation ist doch Nebensache

Es ist wichtig, den Shop-Auftritt sowie seine Funktionalität stetig zu aktualisieren. Viele stationäre Händler scheuen sich vor Herausforderungen und glauben deshalb, eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells würde automatisch zu Konflikten innerhalb des Unternehmens führen. Dabei gibt es bereits eine Vielzahl innovativer Lösungen, die das Kauferlebnis für den Kunden spannender gestalten. Durch die Nutzung der richtigen Technologie im Online-Shop und/oder einer Hybris-Lösung bietet sich ein Mehrwert für den Besucher des Shops. Der Anbieter gewinnt durch seinen Service neue Kunden.

7.    Ein Web-Shop löst alle Probleme

Die Integration eines Web-Shops ist der erste Schritt in der Erweiterung Ihrer Verkaufskanäle. Ein Online-Shop bietet die Möglichkeit weiterführende Angebote zu schaffen, die das Online- und Offline-Kauferlebnis verbessern. Kunden erwarten häufig WLAN im Laden oder wollen über Liefermöglichkeiten informiert werden. Außerdem erwarten sie weiterführende Angebote während des Aufenthalts im Geschäft. Beispiele dafür sind Click & Collect oder das Empfangen von Rabattcodes auf dem Smartphone. Das bedeutet auch, dass stationär der Geschäftsprozess erweitert werden muss.

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