DIGITALE STRATEGIE – SIND SIE VORBEREITET?

Welchen Nutzen können mittelständische Unternehmen mit der Digitalisierung erreichen?

Antworten liefert eine neue Studie der Unternehmensberatung „Businessmaker“. Die Umfrage zeigt Hürden und Potenziale der digitalen Transformation auf.

Hier einige Erkenntnisse daraus:

Die IT trägt immer stärker zum unternehmerischen Erfolg bei. Folgerichtig wird die IT-Strategie zum Bestandteil der Geschäftsstrategie. Das hat auch der Mittelstand erkannt: 85Prozent planen Veränderungen im IT-Bereich, wollen ihr bestehendes IT-Ökosystem modernisieren und verbessern, Standardlösungen einsetzen sowie Anwendungen und Schnittstellen reduzieren. Rund 400 mittelständische Unternehmen aus den Branchen Dienstleistung, Handel, Konsumgüterindustrie und Fertigung nahmen an der Umfrage teil. Die Erhebung, die im Sommer 2016 stattfand, zeigt: Gerade mittelständische Unternehmen können als Gewinner aus der Digitalisierung hervorgehen. Voraussetzung dafür ist, dass sie die digitale Transformation auf technologischer Ebene sorgfältig gestalten.

Was ist damit gemeint?

Ein Beispiel: Das Taxigewerbe, seit Jahrzehnten etabliert und mangels Konkurrenz mit hohen Margen für die Anbieter, wurde sozusagen über Nacht mit einem neuen Wettbewerber konfrontiert. Plötzlich und völlig unerwartet tauchte ein Konkurrent mit digitalem Geschäftsmodell auf. Per App kam „Uber“ auf die Smartphones der Kunden und definierte das Verständnis von Mobilität neu. Das US-Start-up traf die Branche an einer empfindlichen Stelle: dem eigenen Geschäftsmodell.

Ein Beispiel dafür, wie einschneidend disruptive Veränderungen wirken können. Start-ups drängen mit technologischer Leichtfüßigkeit in gewachsene Märkte, attackieren dort etablierte Unternehmen und ersetzen traditionelle Geschäftsmodelle.

Ist Ihr Unternehmen darauf vorbereitet?

Je nach Branche versprechen sich Unternehmen unterschiedliche Vorteile von der Digitalisierung: Handels-, Konsumgüter- und Dienstleistungsunternehmen wollen digitalisierte Anwendungen und Services für ihre Kunden entwickeln. Fertigungsbetriebe blicken auf die Automatisierung zentraler Prozesse. Digitalisierte Unternehmensprozesse erlauben es, flexibler und schneller auf geschäftliche Veränderungen zu reagieren. So erkennen die Befragten die größten Hebel für die eigene Produktivität darin, in Echtzeit über Informationen zu verfügen, um darüber auch Arbeitsprozesse zu beschleunigen.
Die größten Hemmschuhe bei der digitalen Transformation des Mittelstands sind fehlendes Know-how, Sicherheitsbedenken gegenüber den Digitaltechnologien und unkalkulierbare Kosten.

Worauf Sie achten sollten:

1.) Know-how: Durch die Anforderungen der IT-Transformation kommen auf Ihre IT-Abteilung Aufgaben zu, die weit über das normale Maß an periodischer IT-Erneuerung und Administration hinausgehen. Für das bereichsübergreifende Gestalten von neuen Systemen und die damit verbundene Optimierung von Strukturen und Prozessen benötigen Sie daher interne und/oder externe Spezialisten.

2.) Sicherheit: Cloud-basierte Systeme sind nicht grundsätzlich unsicherer als eigene Rechenzentren. Vorhandene Sicherheitsbedenken mit fundierten Argumenten zu zerstreuen, ist die Aufgabe von internen und externen IT-Spezialisten.

3.) Budget: Die Digitalisierung stellt auch für Ihr Unternehmen eine Veränderung dar, deren Auswirkungen in mancher Hinsicht mit der Einführung von Dampfmaschinen und elektrischem Strom verglichen werden kann. Die Erkenntnis, dass auch dabei die Schnellen die Langsamen fressen werden, sollten Sie bei der Budgetierung berücksichtigen.

4.)  Organisation: Nur mit bereichsübergreifenden Teams kann das „Silo-Denken“ überwunden werden. So können Sie bestehende Strukturen ergebnisoffen auf den Prüfstand stellen und an die zukünftigen Erfordernisse anpassen.

5.) Management: Die im Zuge der IT-Transformation erwachsenden Aufgaben erfolgreich und zukunftsweisend zu bewältigen ist umso leichter, je mehr sich das Management dieser Erfordernisse bewusst ist und die IT- und Fachabteilungen bei der Digitalisierung auf allen Ebenen unterstützt.

Fangen Sie mit Ihren Stammdatenan!


Auf dem Weg zur Industrie 4.0 fallen gewaltige Datenmengen an. Um diese zu organisieren und größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen, ist strategischer Umgang mit Daten gefragt. Dabei kann Ihr SAP-System schon durch seines Charakters einer Datendrehscheibe wertvolle Hilfe leisten.

Stammdaten sind Daten, die über einen gewissen Zeitraum nicht verändert werden und Grundinformationen zum Beispiel über Lieferanten, Kunden, Artikel und Stücklisten enthalten: Namen und Adressen, Bezeichnungen, Mengen, Einheiten, Preise und vieles mehr, was zur digitalen Verarbeitung erforderlich ist. In Zusammenhang betrieblicher Mengen- und Wertebetrachtungen gibt es neben den Stammdaten auch den Begriff Bestandsdaten, zum Beispiel Lager- oder Auftragsbestand, die sich über Bewegungsdaten bildenund verändern. Dazu zählen Daten über Bestellungen, Aufträge, Mahnungen und Zahlungen. Stamm-, Bestands- und Bewegungsdaten werden meist in Datenbanken der ERP-Systeme in proprietären Formaten gespeichert und verarbeitet. Für den Datenaustausch mit anderen Systemen müssen die Daten in ein für beide Seiten lesbares und interpretierbares Format gebracht werden.

Effiziente Prozesse sind das Ziel, ein verlässliches Stammdatenmanagement ist die Voraussetzung dafür. In jüngerer Zeit wurden diverse Untersuchungen zur „Industrie 4.0“ durchgeführt. Dabei wurden sowohl im Bereich der Prozess- als auch der Stammdatenqualität erhebliche Mängel aufgedeckt – unabhängig von den eingesetzten IT-Systemen. Das Stammdatenmanagement zielt auf eine Verdichtung (Vermeidung von Redundanz) und Vereinheitlichung (Verwendung einheitlicher Namenskonventionen und Semantik) von Stammdaten, um allen am Unternehmensprozess Beteiligten im Sinn einer „single source of information“ eine verlässliche Datenbasis zur Verfügung zu stellen.Dies ist aber in aller Regel nur möglich, wenn die Stammdatenqualität ein von allen Beteiligten gelebter, dauerhafter Prozess ist. Hierfür ist auf jeden Fall eine Strategie mit Zielsetzung, Roadmap und den notwendigen kommunikativen Elementen zur Umsetzung notwendig. Das erfordert vom Management ausreichenden Rückhalt und die notwendigen Ressourcen. Weiter müssen Prozesse zur Stammdatenanlage und -datenpflege definiert werden, die zu den bestehenden, neu definierten und zukünftigen Abläufen passen.

Die Stammdatenorganisation beinhaltet:

  • Aufbau und Inhalt der Stammdaten
  • Anzuwendende Standards wie eClass, Datanorm, EDI
  • Unternehmensinterne oder branchenübliche Richtlinien.

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